Aktionstag: Polizei registriert 831 Verkehrsverstöße von Radfahrern

Im Rahmen der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion „sicher.mobil.leben - Radfahrende im Blick“ legte die Polizei den Kontrollfokus am Mittwoch gezielt auf den Rad-, Pedelec- und S-Pedelecverkehr im Land. Schwerpunkte waren bekannte innerörtliche Gefahrenpunkte sowie Stellen mit hohem Radverkehrsaufkommen. Landesweit wurden bei 2806 Kontrollen insgesamt 831 Verkehrsverstöße festgestellt.

„Die Pandemie hat die Beliebtheit von Rädern noch einmal gesteigert. Wo mehr Radfahrer unterwegs sind, steigt jedoch auch die Wahrscheinlichkeit von Unfällen. Das belegt auch die rheinland-pfälzische Statistik. Deshalb wollen wir mit solchen Kontrollen die Verkehrssicherheitsarbeit stärken“, sagte Innenminister Roger Lewentz. Erfreulich sei, dass die Zahl der getöteten Fahrradfahrer im vergangenen Jahr trotzdem um die Hälfte zurückging, von 20 Personen in 2019 auf zehn Personen in 2020. „Gleichwohl ist jeder Tote einer zu viel. Alleine deshalb muss die erhöhte Verkehrssicherheit unser aller Ziel sein“, betonte Lewentz.

Mit 414 Fällen waren die meisten Verstöße beim technischen Zustand der Räder zu verzeichnen. In 172 Fällen wurden Fußgängerzonen nicht als solche beachtet und mit Rädern befahren. Ablenkung wurde in 47 Fällen festgestellt und missachtete Vorfahrt/Fahren bei Rot wurde 23 Mal beanstandet. Neben den Radfahrerinnen und Radfahrern wurden auch Verstöße der weiteren Verkehrsteilnehmer verzeichnet. Es kam zu 26 Halt- und Parkverstößen auf Radwegen. 16 Mal missachteten Autofahrer die für Fahrräder gekennzeichneten Verkehrsflächen und befuhren beispielsweise Radwege. Rund 440 Polizeibeamtinnen und -beamten beteiligten sich in Rheinland-Pfalz an den Kontrollen.

Im Land ereigneten sich im vergangenen Jahr 3489 Unfälle unter Beteiligung von Radfahrern. Dies bedeutet im Vergleich zu 2019 einen Anstieg von 4,2 Prozent. Während die Zahl der Getöteten zurückging, ist sowohl bei den Schwerverletzten (519, + 4,6 Prozent) als auch bei den Leichtverletzten (2.151, + 9,8 Prozent) eine Zunahme zu erkennen.  Deutlich zugenommen haben die Unfallzahlen unter Pedelec- und S-Pedelec-Beteiligung (543, + 30,5 Prozent). Bei den Verunglückten ist die Altersgruppe ab 65 Jahre besonders stark vertreten.

Parallel zu den Kontrollmaßnahmen veröffentlichten die rheinland-pfälzischen Polizeibehörden praktische Tipps und Informationen rund um das Thema Radfahrsicherheit bei Instagram und Twitter. Die Koordination der bundesweiten Gesamtaktion lag in diesem Jahr bei Baden-Württemberg.