Dorferneuerung war auch 2019 Motor im ländlichen Raum

Innenminister Roger Lewentz hat im Rahmen einer Jahresbilanz den hohen Stellenwert von Dorferneuerungs-Programmen für die positive Entwicklung ländlicher Ortskerne hervorgehoben. „Die Dorferneuerung war auch 2019 wieder Motor für die Innenentwicklung unserer Dörfer und die Stärkung des ländlichen Raumes“, sagte Lewentz. 

251 öffentliche und 1073 private Maßnahmen seien in Rheinland-Pfalz im Programmjahr 2019 durch die Dorferneuerung des Innenministeriums unterstützt worden. Eine Gesamtfördersumme in Höhe von rund 26 Millionen Euro habe Investitionen in Höhe von etwa 138 Millionen Euro ausgelöst. „Die Dorferneuerung trägt den Herausforderungen des demografischen Wandels in besonderem Maße Rechnung. Jeder Förder-Euro löst bis zu sechs Euro an Folgeinvestitionen aus. Die Investitionen kommen Familien zugute, schaffen wohnstättennahe Arbeitsplätze und sichern die Zukunftsfähigkeit der Dörfer“, sagte Lewentz. Gerade heimische Handwerks-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe profitierten.

Im Zuge der privaten Dorferneuerungsmaßnahmen konnte bezahlbarer Wohnraum in alter Bausubstanz in den Ortskernen geschaffen werden, der auch jungen Familien mit Kindern zur Verfügung steht. Zudem verbrauchte die Umnutzung alter ortsbildprägender Bausubstanz keine zusätzlichen Flächen und führte somit nicht zu weiterer Versiegelung.

Alle Projekte wurden vom Land auf der Grundlage eines Dorferneuerungskonzeptes zur Stärkung der Innenentwicklung der Dörfer gefördert. Im Programmjahr 2019 sind 27 weitere rheinland-pfälzische Gemeinden als Schwerpunktgemeinden in der Dorferneuerung anerkannt worden. „Die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde bietet eine einzigartige Chance zur gezielten Stärkung der Innenentwicklung“, betonte der Minister. Alle Maßnahmen seien auf die Erhaltung und Erneuerung der Ortskerne ausgerichtet. Mit der Anerkennung bestünde die Möglichkeit, nicht nur  Einzelprojekte, sondern umfassende ganzheitlich angelegte Konzepte zu realisieren. Derzeit profitieren 144 Dörfer von einer Schwerpunktanerkennung.

Als beispielhafte Fördermaßnahmen in 2019 nannte Lewentz die Umnutzung eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens zum Gemeindezentrum mit Veranstaltungsscheune in der Ortsgemeinde Ilbesheim im Donnersbergkreis, die Umnutzung einer leerstehenden Scheune zur Spielscheune in der Ortsgemeinde Rothselberg im Landkreis Kusel sowie die Neugestaltung einer Freizeitanlage im Oberweseler Ortsteil Dellhofen im Rhein-Hunsrück-Kreis.

Im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ schafften es vier und damit überdurchschnittlich viele Ortsgemeinden in den Bundesentscheid 2019. Von knapp 1900 Teilnehmergemeinden waren bundesweit insgesamt nur 30 Gemeinden in den Bundesentscheid gekommen. Dort erhielten die Ortsgemeinde Basberg (VG Gerolstein) und Rumbach (VG Dahner Felsenland) eine Goldmedaille, die Gemeinde Bettingen (VG Bitburger Land) eine Silbermedaille und Oberhausen an der Nahe (VG Rüdesheim) eine Bronzemedaille. „Das ist eine Anerkennung für die rheinland-pfälzische Dorferneuerung insgesamt und zeigt, dass wir in Rheinland-Pfalz auf dem richtigen Weg sind, unsere Dörfer lebens- und zukunftsfähig zu gestalten“, so Innenminister Roger Lewentz.

Neben dem nationalen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wurden die Weinkulturdörfer Dernau, Mayschoß und Rech (VG Altenahr) zur Teilnahme am Europäischen Dorferneuerungspreis 2020 gemeldet. Der alle zwei Jahre stattfindende Dorferneuerungswettbewerb wird von der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Dorferneuerung und Landentwicklung ausgeschrieben.

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Dorfmittelpunktgestaltung mit Dorfgemeinschaftshaus in der Ortsgemeinde Waldgrehweiler, Donnersbergkreis