Hochwasservorsorge wird durch Klimawandel immer wichtiger

„Aufgrund des Klimawandels kommt es immer häufiger zu extremen Wetterereignissen wie Hochwasser an Flüssen oder Starkregen mit verheerenden Überschwemmungen. In diesen Zeiten wird die Hochwasservorsorge immer wichtiger“, sagte Umweltministerin Höfken beim Besuch des Hochwassermeldezentrums Rhein mit Innenminister Lewentz.

Gemeinsam informierten sie sich über die Arbeit des Hochwassermeldezent-rums und bedankten sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement: „All denjenigen, die dieses Melde- und Warnsystem über Jahre hinweg aufgebaut haben und sich Tag und Nacht darum kümmern, dass die Messstellen auch bei widrigsten Umständen fehler- und unterbrechungsfrei ihre Daten ins Meldezentrum schicken, danken wir ganz herzlich“, so Höfken und Lewentz.

Bedeutung des Hochwassermeldedienstes 

Der Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz ist ein elementarer Baustein der Hochwasservorsorge und informiert bei Aufkommen eines Hochwassers die für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen, die Öffentlichkeit und die Medien über die ansteigenden Wasserstände. „Gerade die starken Unwetter-Ereignisse der vergan-genen Jahre haben gezeigt, dass Hochwasser nicht nur die direkten Wohngebiete an Flüssen treffen kann. Hochwasser kann überall Betroffene um Hab und Gut bringen und existenzbedrohende Schäden anrichten. Im Ernstfall können Hilfskräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und Rettungsdiensten, aber auch die Anwohnerinnen und Anwohner auf verlässliche Daten des Hochwassermeldedienstes zurückgreifen und geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen. Ein funktionierender Hochwassermel-dedienst ist so ein wichtiger Bestandteil der Gefahrenabwehr auf allen Ebenen“, sagte Lewentz.

Rasanter technischer Fortschritt 

Seit seiner Gründung vor über 30 Jahren hat der Hochwassermeldedienst seine Prognosetechniken stark verbessert. Während 1986 durch einfache Pegelbezugsli-nien die Wasserstände für wenige Stunden vorhergesagt wurden, setzen die Melde-zentren heute auf den Einsatz ausgefeilter Wasserhaushaltsmodelle, mit denen sie Wasserstände für bis zu 70 Stunden prognostizieren und veröffentlichen. Damals wurde die breite Öffentlichkeit per Radioansage, Videotext oder persönlichem Anruf informiert. Heutzutage veröffentlicht der Hochwassermeldedienst die Daten von 152 Pegeln und Vorhersagen für 53 Pegel auf seiner Internetseite und der App „Meine Pegel“. Hier werden aktuelle Wasserstände mindestens stündlich und Vorhersagen bis zu acht Mal täglich aktualisiert. Die Angebote stoßen auf großes Interesse in der Bevölkerung: So besuchten beim letzten größeren Rhein-Hochwasser im Januar 2018 innerhalb einer Woche 14 Millionen Menschen die Internetseite. 100.000 Bür-gerinnen und Bürger installierten die App „Meine Pegel“ – die Warnungen werden auch über „Katwarn“ verbreitet.

Enge Zusammenarbeit mit Nachbarn wichtig

„Für Rheinland-Pfalz ist die Zusammenarbeit mit den Dienststellen unserer Nachbarn besonders wichtig. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass der Datenaus-tausch mit Luxemburg und Frankreich von sechs Pegeln im Jahre 1989 auf heute 14 Pegel und 370 Klimastationen ausgeweitet wurde. Am Rhein findet zudem eine intensive Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt Baden-Württemberg statt. Da im Meldezentrum Rhein auch die Hochwasservorhersagen bis zur niederländischen Grenze erstellt werden, ist zudem eine enge Zusammenarbeit mit Nordrhein-Westfalen und Hessen ein absolutes Muss“, erläuterte Höfken abschließend.