Lewentz ehrt couragiertes Eingreifen in Notsituationen

Innenminister Roger Lewentz hat couragiertes Verhalten im Alltag als wichtige Voraussetzung für ein soziales, gerechtes, demokratisches und friedliches Gemeinwesen bezeichnet. „Zivilcourage nimmt jeden Bürger in die Verantwortung. Um Gerechtigkeit und Menschenwürde muss immer wieder neu gekämpft werden", sagte Lewentz bei der Verleihung des diesjährigen Preises für Zivilcourage in Mainz.

Bereits zum 19. Mal wurden Menschen ausgezeichnet, die sich in Notlagen für andere eingesetzt, Schaden abgewehrt und Leid gemindert haben. Die Preisträger wurden durch eine interdisziplinär besetzte Jury unter dem Vorsitz von Innenstaatssekretär Günter Kern ausgewählt. Staatsminister Lewentz betonte bei der Preisverleihung: „Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie unsere heutigen Preisträger, die auch an mehr denken, als an sich selbst. Menschen, die achtsam durch das Leben gehen und dann helfen, wenn niemand sonst etwas tut.“

Folgende Preisträger werden mit dem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet:

Andreas Bittner und Heinz Bros (Frankenthal)

Herr Bittner war einkaufen, als er darauf aufmerksam wurden, wie ein aggressiver Mann einen südländlich aussehenden Familienvater, der mit seiner Frau und seinem 4-jährigen Kind an der Kasse stand, rassistisch beleidigte und ihm einen Kopfstoß versetzte. Dann beschimpfte er noch weitere Kunden und forderte, sie sollten doch zurück in ihr Heimatland gehen. Als die Polizei verständigt wurde, wollte er die Flucht antreten. Als der Angreifer flüchten wollte, hielt Herr Bittner ihn alleine fest und das, obwohl er später nur mithilfe vier weiterer Beamten unter Kontrolle gebracht werden konnte. Herr Bros sprang Herrn Bittner helfend zur Seite und schließlich brachten die beiden Helfer gemeinsam mit den Polizeibeamten, den Angreifer unter Kontrolle. 

Udo Thart (Lörzweiler, Landkreis Mainz-Bingen)

Am Fastnachtsfreitag dieses Jahres hörte Herr Thart morgens kurz nach dem Aufstehen gellende Schreie. Sofort realisierten er den Ernst der Lage, forderten seine Frau auf, die Polizei zu rufen und lief nach draußen. Dort sah er, wie ein maskierter Mann sich auf einen Nachbarn stürzte und diesen mit einem Schraubenschlüssel angriff und verletzte. Herr Thart schaffte es, den Angreifer von dem Opfer abzubringen und ihn gemeinsam mit dem Angegriffenen zu überwältigen. Er rettete seinem Nachbarn damit das Leben. 

Sergej Gepting und Rudolf König (Kaiserslautern)

Manuel Kröger (Lautersheim, Donnersbergkreis)

Herr Gepting, Herr König und Herr Kröger waren um die Mittagszeit in der Innenstadt von Kaiserslautern unterwegs. Dort sahen sie, wie ein Mann eine Eisenstange an sich riss und damit willkürlich Passanten angriff. Herr König und Herr Kröger zögerten nicht lange und überwältigten den Angreifer und hielten ihn fest. Dies ist insofern bemerkenswert, als sich die beiden Helfer nicht kannten und trotz eines Altersunterschiedes von 60 Jahren sofort gemeinsam die Initiative ergriffen. Als der Täter versuchte, sich mit roher Gewalt loszureißen, sprang ihnen noch Herr Gepting zur Seite. Zu dritt konnten sie den Angreifer schließlich bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. 

Folgende Preisträger werden mit dem Jugendpreis für Zivilcourage ausgezeichnet:

Felix Gadsch, (Remagen)

Patrick Donoghue

Die beiden jungen Männer waren auf einer Fastnachtsveranstaltung, als sie sahen, wie ein auf dem Boden liegender Jugendlicher von anderen Jugendlichen inmitten einer großen Menschenansammlung mit Tritten attackiert wurde. Obwohl viele Menschen die Gewalttat beobachten, schritt sonst niemand ein. Herr Gadsch und Herr Donoghue haben sich schützend vor das Opfer gestellt und die Täter von weiteren Angriffen abgehalten. Damit haben sie weitaus schlimmere Folgen für das Opfer verhindert. Anschließend haben sie den Rettungsdienst sowie die Polizei gerufen und haben sich um das Opfer gekümmert. 

Vivien Wessa (Ludwigshafen)

Die zur Tatzeit 12-jährige Vivien hatte beobachtet, wie mehrere Jugendliche einen Mann zusammengeschlagen haben. Als die Täter wahrgenommen haben, dass sie beobachtet werden, sind sie geflüchtet. Vivien hat sich um das Opfer gekümmert und ist bis die Rettungskräfte eintrafen bei dem Verletzten geblieben. Anschließend hat sie sich der Polizei als Zeugin zur Verfügung gestellt. Sie hat vorbildlich gehandelt und sich nicht selbst in Gefahr gebracht. Es wurden auch viele Erwachsene Zeugen des Zwischenfalls, aber keiner hat dem Opfer so beigestanden wie Vivien. 

Benedikt Gertz (Kirchen, Landkreis Altenkirchen)

Benedikt war mit seiner Schulklasse auf Klassenfahrt unterwegs. Er wollte sich im Supermarkt etwas zu trinken kaufen, als ihm vor dem Laden ein auf dem Boden liegender Mann auffiel. Als er den Einkaufsmarkt wieder verlassen hat, hatte dieser sich immer noch nicht geregt. Daraufhin hat Benedikt den Hilfsbedürftigen, der offensichtlich obdachlos war, angesprochen, hat ihm aufgeholfen und ihm etwas zu trinken angeboten. Er hat seine hilflose Lage erkannt, einen Krankenwagen angefordert und hat sich um ihn gekümmert bis Hilfe vor Ort war. Etliche Menschen haben die Situation ignoriert und sind einfach weitergegangen.