Lewentz: Europaweit zweiter Platz für Duchroth und Oberhausen

Innenminister Roger Lewentz beglückwünscht die rheinland-pfälzischen Dorferneuerungsgemeinden Duchroth und Oberhausen an der Nahe zum zweiten Platz beim Europäischen Dorferneuerungspreis. Sie sind für eine ganzheitliche und nachhaltige Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnet worden, die dem Wettbewerbsmotto „weiter denken“ in hohem Maße gerecht wird.

„Bei dem von der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und Dorferneuerung ausgelobten Wettbewerb konnten die beiden Ortsgemeinden diese Spitzenposition vor allem durch ihre Kooperation erzielen“, so Innenminister Roger Lewentz. „Ich freue mich sehr, dass wir die mehrfach ausgezeichneten Dorferneuerungsgemeinde Duchroth und Oberhausen an der Nahe aus dem Landkreis Bad Kreuznach als Bewerber unseres Landes ins Rennen geschickt haben. Die nun erfolgte Auszeichnung ist auch eine Auszeichnung für die Dorferneuerung insgesamt, die der Landesregierung ein wichtiges Anliegen ist“, so Lewentz.

Die intensive Zusammenarbeit wird bei diesem „Dorf-Pärchen“ in vielen Bereichen deutlich. So wird beispielsweise der Kindergarten gemeinsam genutzt, es findet ein Austausch der Gemeindearbeiter für einzelne Projekte statt, es gibt eine gemeinsame evangelische Kirchengemeinde und die DSL-Versorgung zusammen realisiert.

 „Wir hatten und haben immer im Blick, was wir gemeinsam leisten und als Region bewirken können“, so der Duchrother Ortsbürgermeister Manfred Porr, „wir müssen auf die Region bezogen denken und dürfen uns nicht nur auf unser Dorf beschränken, wenn wir uns weiterhin zukunftsfähig aufstellen wollen.“ 

„Das Wettbewerbs-Motto „weiter denken“ hat uns noch einmal besonders beflügelt, Kooperationsfelder zu suchen und umzusetzen. Wir schauen in der Arbeit vor Ort grundsätzlich auch zu unseren Nachbarn und arbeiten mit Duchroth vielfach zusammen, um gemeinsam noch mehr zu erreichen“, so Annelore Kuhn, Ortsbürgermeisterin in Oberhausen. „Unser Dorfplaner Bernhard Backes hat mit seinen Ideen und Anstößen Maßgebliches für unsere Gemeinden bewirkt. Den Preis verdanken wir deshalb auch seiner engagierten Arbeit mit beiden Dörfern“, betonen die beiden Bürgermeister.

In der Jury-Bewertung heißt es, Duchroth und Oberhausen an der Nahe zeichneten sich durch eine begrüßenswerte intensive interkommunale Zusammenarbeit aus. „Der Start des Dorferneuerungsprozesses in Duchroth stand unter der Devise „Unser Neubaugebiet ist der Ortskern“ und damit einem starken Bekenntnis zur Innenentwicklung“, so die Jury in ihren lobenden Worten. Die Revitalisierung von über 50 Objekten im Ortskernbereich bestätige eindrucksvoll die Nutzung des Leerstandes und damit die Inwertsetzung der vorhandenen Infrastruktur. Eine weitere große Stärke stelle die Gestaltung des öffentlichen Raumes, die sich insbesondere in der Reaktivierung des historischen Ringpfades zeige, dar. 

Für Oberhausen hebt die Jury die Umnutzung des alten Bahnhofgebäudes in ein High-Tech-Zahnlabor, die Innovationskraft der Winzerbetriebe und die bauliche Umsetzung zeitgemäßer Architekturlösungen hervor. „Die Erarbeitung einer Zukunftsvision Dorf 4.0 in Zusammenarbeit mit der Hochschule Offenbach verdient ebenfalls besondere Erwähnung“, so die Beurteilung.

„Mit dieser Auszeichnung zählen nun auch Duchroth und Oberhausen an der Nahe zu den Top-Dorferneuerungsgemeinden in Europa. Neben den in den zurückliegenden Jahren ausgezeichneten rheinland-pfälzischen Ortsgemeinden Konken im Landkreis Kusel, St. Alban im Donnersbergkreis, Wiersdorf Eifelkreis Bitburg-Prüm, Kanzem im Landkreis Trier-Saarburg, Metterich im Eifelkreis Bitburg-Prüm, Erfweiler im Landkreis Südwestpfalz, Kerpen im Landkreis Vulkaneifel, dem Erlebnisland Maikammer/Landkreis Südliche Weinstraße, Fischbach, Ludwigswinkel und Klingenmünster im Landkreis Südwestpfalz und der Calmont-Region im Landkreis Cochem-Zell hat das Land mit Duchroth und Oberhausen an der Nahe gleich zwei weitere Vorzeigegemeinden auf europäischer Ebene dazu bekommen", hob Lewentz hervor. Rund 18,5 Millionen Euro stehen 2018 landesweit zur Förderung von Dorferneuerungsmaßnahmen zur Verfügung. 

Die Preisverleihung wird Ende September in Fließ (Österreich) stattfinden.