Lewentz: Kommunale Prävention durch Qualifizierung stärken

Die Leitstelle „Kriminalprävention“ im rheinland-pfälzischen Innenministerium hat mit dem Landespräventionsrat des Landes Niedersachsen eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und wird ab diesem Jahr erstmals das umfangreich erprobte und bewährte Qualifizierungsprogramm für Akteurinnen und Akteure der Kriminalprävention auch in Rheinland-Pfalz anbieten.

Das „Beccaria-Qualifizierungsprogramm Kriminalprävention“ wurde vom Landespräventionsrat Niedersachsen entwickelt und umfasst eine ganzheitliche Präventionsausbildung. Nach dem Motto: „Mehr Qualität durch Professionalität“ wird den Teilnehmenden fundiertes und anwenderbezogenes Präventionswissen vermittelt. Zielgruppe sind vor allem Personen mit einschlägigen Erfahrungen in der Kriminalprävention wie Vertreter/innen kommunaler Gremien, Präventionsfachkräfte staatlicher oder kommunaler Einrichtungen sowie freier Träger, Mitarbeiter/innen öffentlicher und privater (sozialer) Dienste der Justiz, des Aus- und Fortbildungssektors sowie aus dem schulischen Bereich.

„Die kriminalpräventiven Gremien leisten Jahr für Jahr wertvolle Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort, daher freut es mich sehr, dass Rheinland-Pfalz ab diesem Jahr zum Beccaria Qualifizierungsstandort wird und so deren Bedürfnis nach Qualifizierung und Professionalisierung Rechnung getragen werden kann“, so Minister Roger Lewentz.

Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz sei ein hohes Gut. Neben der klassischen Repression durch die Sicherheitsbehörden stehe die Vorbeugung - die Prävention von Straftaten - im Fokus der rheinland-pfälzischen Sicherheitspolitik. „Die Verhinderung von Kriminalität ist mindestens genauso wichtig, wie deren konsequente Verfolgung“, betonte Lewentz. Die Kommunen hätten bei der Prävention von Kriminalität eine wichtige Rolle.

Aufbauend auf dem Verständnis, dass Kriminalprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, gründeten sich in den vergangenen Jahrzehnten kriminalpräventive Gremien in den kommunalen Gebietskörperschaften. Ziel der Gremien ist die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und anderen gesellschaftlich relevanten Akteuren mit dem Ziel, die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger positiv zu beeinflussen.

Die Leitstelle „Kriminalprävention“ als betreuende Arbeitsorganisation für die kriminalpräventiven Gremien im rheinland-pfälzischen Innenministerium hat ein Konzept zur langfristigen Stärkung der kriminalpräventiven Gremien in den kommunalen Gebietskörperschaften erstellt. Die Schwerpunkte sind die Unterstützung und Qualifizierung der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie die Professionalisierung der Projektarbeit der kommunalen Kriminalprävention.

Das Schulungsprogramm ist nur eine von mehreren Maßnahmen, mit denen die Leitstelle „Kriminalprävention“ die Prävention in Rheinland-Pfalz stärken möchte. Zu den Veranstaltungen im Rahmen ihrer Arbeit gehört unter anderem die Fachtagung "Städtebau und Kriminalprävention" (12. August 2019 in Kaiserslautern) oder der Landespräventionstag (29. August 2019 in Mainz). Mehr über die Arbeit der Leitstelle, die geplanten Veranstaltungen und Förderprogramme sowie die Möglichkeit, sich zur Qualifizierung anzumelden, finden Sie unter www.kriminalpraevention.rlp.de.