Lewentz: Neue Chancen durch Kreisentwicklungskonzepte nutzen

Innenminister Roger Lewentz plant, Maßnahmen der kommunalen Entwicklung auszuweiten. Den Landkreisen sollen weitere Möglichkeiten eröffnet werden, um umfassende Strukturen vor Ort zu etablieren. Neben bewährten Programmen wie Dorferneuerung oder Städtebauförderung sollen Kreisentwicklungskonzepte, der ZukunftsCheck Dorf und sogenannte Aktive Angebotsorte ein Dach über die Einzelprojekte spannen, um eine ganzheitliche Betrachtung und Herangehensweise zu fördern.

„Das Innenministerium wird die Landkreise unterstützen, um sie für die Zukunft und als attraktive Standorte zum Arbeiten, Wohnen und Leben aufzustellen“, so Innenminister Lewentz, der die Landrätinnen und Landräte bereits in einem Schreiben über zusätzliche Fördermöglichkeiten informiert hat. Ab diesem Jahr könnten jährlich zwei weitere Landkreise durch Kreisentwicklungskonzepte profitieren.

Kreisentwicklungskonzepte sollen nicht für sich alleine stehen. Gleichzeitig soll den Ortsgemeinden ein Angebot zur Verfügung stehen, um die örtlichen Chancen zu erkennen und zukunftsfähige Strategien zu entwickeln. „Der ZukunftsCheck Dorf soll Antwort sein auf gesellschaftliche Veränderungen wie die Alterung der Bevölkerung und zunehmenden Gebäudeleerstand“, erläuterte Lewentz. So soll beispielsweise sozialer Vereinsamung im Dorf etwas entgegengesetzt oder ein Gebäude- und Flächenmanagement entwickelt werden. Auch die interkommunale Kooperation steht im Mittelpunkt des ZukunftsChecks Dorf, der im Oktober 2018 mit dem Demografie Exzellenz Award in der Kategorie „alt & jung“ ausgezeichnet wurde.
„Kreisentwicklungskonzepte oder der ZukunftsCheck Dorf sind Hilfe zur Selbsthilfe, die bei den Ideen der Menschen vor Ort ansetzen und sie konkret in der Umsetzung von Initiativen unterstützen“, betonte der Minister.

Vorreiter ist der Eifelkreis Bitburg-Prüm, der in einer Testphase von 2012-2014 bewusst eingefahrene Pfade verlassen hat, um in Modellgemeinden des ZukunftsChecks Dorf neue Lösungsansätze zu entwickeln. Nach dieser Testphase konnte der Eifelkreis den Zukunfts-Check Dorf mit Förderung des Innenministeriums auf mittlerweile 170 Ortsgemeinden ausweiten.

„In den Ortsgemeinden können sich rund 50.000 Bürgerinnen und Bürger des Eifelkreises aktiv einbringen, den sozialen Zusammenhalt stärken, Infrastrukturen sichern und bauliche Entwicklungen voranbringen“, sagte Landrat Dr. Joachim Streit. Dabei würden keine unrealistischen Ideen geboren, sondern handfeste Projekte, die das Leben im Kleinen und manchmal im Großen verbessern.

Damit der Eifelkreis das bereits gesammelte Wissen an andere Kreise weitergeben kann, fördert das Innenministerium die Einrichtung eines Transfer- und Kompetenzzentrums für Kreisentwicklung und ZukunftsCheck Dorf mit insgesamt rund 120.000 Euro. „Im Kompetenzzentrum können sich Landkreise informieren, die einen ähnlichen Weg gehen wollen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können geschult werden. Für mich ist das ein herausragendes Beispiel des kommunalen Miteinanders“, betonte Lewentz, der den Förderbescheid im Rahmen des Kommunalkongresses Landrat Dr. Streit überreichte.

Mit Aktiven Angebotsorten sollen zudem auch neue Möglichkeiten der Raumordnung ergriffen werden, die Entwicklungen der Daseinsvorsorge zu unterstützen und zu erleichtern. Als Aktive Angebotsorte sollen solche Orte definiert werden, die eine besonders gute Ausstattung mit Angeboten und Einrichtungen der Daseinsvorsorge für die eigene Gemeinde und darüber hinaus aufweisen.

Mit einer planerischen Festlegung als Aktive Angebotsorte stehen den Kommunen dann Möglichkeiten zur Verfügung, neue Impulse für ihre Entwicklung zu setzen. „Das Innenministerium trägt damit als oberste Landesplanungsbehörde der kommunalen Struktur in Rheinland-Pfalz in besonderer Weise Rechnung und stärkt Orte, die Versorgungsaufgaben auch für umliegende Gemeinden wahrnehmen“, sagte der Minister.
Aktive Angebotsorte sollen im Rahmen der Kreisentwicklungskonzepte definiert werden, können aber auch separat durch die unteren Landesplanungsbehörden ermittelt werden, um dann durch die regionalen Planungsgemeinschaften festgesetzt zu werden.

„Kreisentwicklungskonzepte, der ZukunftsCheck Dorf und die Aktiven Angebotsorte sind für die kommunale Ebene die Chance, die eigene Zukunft ganzheitlich zu gestalten und unterstützen uns auch bei dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land“, so Lewentz.