Lewentz überreichte Verdienstkreuz an Wolfgang Lauinger aus Balduinstein und Ehrennadel an Ludwig Müller aus Bad Ems

Staatssekretär Roger Lewentz überreichte heute Wolfgang Lauinger aus Balduinstein das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und an Ludwig Müller aus Bad Ems die vom Ministerpräsidenten verliehene Ehrennadel des Landes. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland sei die einzige und damit höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Allgemeinwohl vergebe, so der Staatssekretär. „Eine solche Ehrung wird nur Personen zuteil, die sich weit über das übliche Maß hinaus für ihre Mitmenschen und für unsere Gesellschaft engagiert haben. Die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz wird an verdiente Bürgerinnen und Bürger verliehen, die sich über Jahre hinweg freiwillig und unentgeltlich in den Dienst der Gemeinschaft gestellt und auf diese Weise einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Zusammenleben erbracht haben“, betonte Lewentz in seiner Laudatio.

In seiner Laudatio hob der Staatssekretär die Notwendigkeit des persönlichen Engagements für das soziale, gesellschaftliche und öffentliche Leben hervor. „Unsere Gesellschaft ist angewiesen auf die Bereitschaft sehr vieler Menschen, mehr zu tun, als sie unbedingt müssten. Und sie ist angewiesen auf die Bereitschaft vorbildlicher Menschen, die mit gutem Beispiel voran gehen und Tugenden vorleben, ohne die unsere Gesellschaft auf Dauer nicht bestehen könnte. Solche Menschen ehren wir heute“, so Lewentz.

Wolfgang Lauinger hat sich durch sein engagiertes Wirken Verdienste um die Gesellschaft erworben. Er wurde 1918 in Zürich geboren und war als Sohn eines jüdischen Vaters in der Nazi-Zeit besonders gefährdet. Er wurde inhaftiert und überlebte schließlich diese Schreckenszeit wie durch ein Wunder. Die Arbeit mit und der Kontakt zu Jugendlichen ist seit langer Zeit Zentrum seines Lebens. Schon in der Vorkriegszeit war er der Jugendbewegung lose verbunden. In den 70-er Jahren gehörte er zu den Gründern der Jugendburg Balduinstein, die er in seiner Freizeit, auch mit dem Einsatz persönlicher Mittel, mitaufgebaut hat. In den vergangenen rund 20 Jahren war es Wolfgang Lauinger ein Anliegen, mit anderen, meist jungen Menschen über die NS-Zeit zu sprechen. In zahlreichen Veranstaltungen in Hessen und Rheinland-Pfalz erzählte er von seinen Erfahrungen. Besorgt über rechtsradikale Umtriebe besuchte er Schulen, um im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern das Engagement für Demokratie und Toleranz zu fördern.

Herr Müller erhält die Ehrennadel für sein langjähriges vielfältiges kommunalpolitisches und kirchliches Engagement. Seit 1989 war und ist er in verschiedenen Gremien der Stadt Bad Ems kommunalpolitisch tätig. Seit Juli 2004 ist er Erster Beigeordneter der Stadt Bad Ems. Großes Engagement zeigt Herr Müller auch in der Kirchengemeinde Bad Ems - Fachbach - Kemmenau, wo er seit 1991 Mitglied im Vorstand ist. Seit 1994 ist er im Vorstand des Fördervereins der Kirchlichen Sozialstation Bad Ems-Nassau und seit 2005 stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums. Frühere ehrenamtliche Tätigkeiten hat er als Mitglied der Dekanatssynode des Dekanats Nassau und als Mitglied der Kirchensynode der EKHN sowie als Vorsitzender des Diakonieausschusses des Kirchenvorstandes ausgeübt.
 
„Das verdienstvolle Wirken von Ihnen beiden ist höchst anerkennenswert und rechtfertigt die Auszeichnung mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland beziehungsweise der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz,“ so der Staatssekretär abschließend.