Neue Gedenkstätte würdigt zu Tode gekommene Polizeikräfte

Eine neu errichtete Gedenkstätte erinnert auf dem Campus Hahn der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz als Zeichen der Würdigung an die im Dienst ums Leben gekommenen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten.

„Diese Gedenkstätte ist uns seit langer Zeit ein Herzensanliegen, weil wir uns vor den Verstorbenen verneigen wollen, die bei der Ausübung des Dienstes ums Leben gekommen sind, im Wissen und in Anerkennung ihrer Verdienste für die Polizei Rheinland-Pfalz“, sagte Innenminister Roger Lewentz bei der feierlichen Einweihung. Aus den Reihen der Polizei sind seit 1945 45 Beamte im Dienst ums Leben gekommen. 14 Beamte wurden Opfer von tödlichen Angriffen.

„Jedes einzelne Schicksal, jede einzelne Geschichte ist tragisch und berührt Angehörige, Freunde und Bekannte, aber auch die Polizeibeamtinnen und -beamten, die einen Kollegen verloren haben. Die Hochschule der Polizei hat zusammen mit den Polizeibehörden keine Mühen gescheut, Angehörige und enge Kolleginnen und Kollegen der Verstorbenen zu ermitteln. Dabei kam es zu sehr denkwürdigen und intensiven Gesprächen und Begegnungen, die deutlich machten, wie präsent die Erinnerungen von teilweise Jahrzehnte zurückliegenden Ereignissen bei vielen Betroffenen an dieses einschneidende Erlebnis nach wie vor sind“,  so der Minister. Die Einweihung der Gedenkstätte stehe im Lichte dieser Betrachtung und solle ein Vergessen unmöglich machen.

Um den Toten die Ehre zu erweisen, wohnten zahlreiche Gäste der Einweihung bei, unter ihnen ehemalige Innenminister, Mitglieder des Landtags, die Bürger- und Polizeibeauftragte, aktive und ehemalige Führungskräfte und Mitarbeitende der rheinland-pfälzischen Polizei, Polizeiseelsorgerinnen und –seelsorger und vor allem zahlreiche Angehörige, Hinterbliebene, Freunde, Kolleginnen und Kollegen der Verstorbenen.
„Die Gedenkfeier steht im Zeichen der Erinnerung, denn die Erinnerung ist eine Form der Begegnung“, sagte Lewentz. Nicht nur das private Umfeld habe den Tod verkraften müssen, auch innerhalb der Polizei müsse das Geschehene verarbeitet werden. Kollegialer und häufig auch freundschaftlicher Zusammenhalt spiele eine wichtige Rolle, schließlich müsse man sich in gefährlichen Situationen aufeinander verlassen können.

„Wir alle wissen, dass der Beruf der Polizeibeamtin bzw. des Polizeibeamten ein gefahrvoller Beruf ist, mit dem in gleichem Maße eine hohe gesellschaftliche Verantwortung verbunden ist“, betonte der Minister. Wie schnell ein scheinbar routinemäßiger Einsatz zu einem lebensbedrohlichen Ereignis werden könne, habe sich in der vergangenen Woche im pfälzischen Kirchheim gezeigt, wo ein Mann eine Polizeibeamtin und einen Polizeibeamten mit einer Schere angegriffen und schwer verletzt habe.

Von den Einsatzkräften werde ein hohes Maß an Professionalität verlangt. Jede Situation müsse schnellstmöglich eingeschätzt werden – oft unter hoher Anspannung und Zeitdruck. Und die Reaktionen müssten angemessen und gerechtfertigt sein. „Vor allem die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber unseren Beamtinnen und Beamten erfüllt mich mit Sorge. Lassen sie uns dies, gerade auch im Blick auf diese Gedenkfeier, als eine bleibende gesellschaftliche Aufgabe ansehen“, hob Lewentz hervor.  

Daher sei es besonders wichtig, an Mut, Entschlossenheit und Umsicht der Polizeibeamtinnen und –beamten bei der Umsetzung ihrer Aufgaben zu würdigen. „Mit der Gedenkstätte schaffen wir nicht nur ein Ort des Innehaltens und Trauerns, sondern auch ein Ort der Begegnung, des Nachdenkens und des Austauschs“, so der Minister.