Gewaltfreier Islamismus

Die meisten und größten islamistischen Organisationen sind dem gewaltfreien Islamismus zuzuordnen. Sie versuchen, durch friedliches und langfristiges Vorgehen eine islamische Gesellschaft nach ihren Vorstellungen zu schaffen. Dabei setzen sie auf Methoden wie indoktrinierende Kindererziehung, Kaderbildung, Da’wa (arab. „Einladung [zum Islam]“), politische Arbeit und die schleichende Unterwanderung demokratischer Strukturen.

Dass die Organisationen keine Gewalt ausüben oder direkt befürworten, heißt nicht, dass sie ungefährlich sind. Ihr Gewaltverzicht kann auch rein taktisch motiviert sein. Ihre Weltsicht bleibt weiterhin extremistisch. Durch ihr Handeln besteht auf Dauer die Gefahr einer Erosion der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Innerhalb des gewaltfreien Islamismus lassen sich grob zwei Richtungen unterscheiden: legalistische Organisationen und politisch-missionarischer Salafismus.