Gewaltorientierter Islamismus

Innerhalb des gewaltorientierten Islamismus lassen sich idealtypisch Gruppierungen mit einem eher regionalen Aktionsradius von jihadistischen Gruppierungen unterscheiden, die eine globale Agenda verfolgen. In der Realität sind die Grenzen jedoch fließend. Oft kommt es zu Überschneidungen.

Global agierender Terrorismus (Jihadismus)

Jihadistische Terrororganisationen agieren global und transnational. Ihr erklärtes Fernziel ist die Errichtung eines weltumspannenden Kalifats. Um diesem näher zu kommen, rekrutieren sie rund um den Globus Anhänger. Diese sollen entweder an Kampfhandlungen in Kriegs- und Krisengebieten teilnehmen oder weltweit Anschläge verüben. 

Ihre Propaganda baut auf der Glaubenslehre des Salafismus auf. Sie will Muslime mit zeitgemäßer Aufmachung, einfachen Inhalten und klarer Sprache für den bewaffneten Jihad gewinnen. Dabei spielen jihadistische Ideologen oft mit einer Mischung aus religiösen Argumenten, Vorurteilen, Diskriminierungserfahrungen und Abenteuerlust, um Freiwillige für ihre Sache zu rekrutieren. Zumeist wird argumentiert, dass die islamische Welt durch Angriffe „Ungläubiger“ existenziell bedroht werde und ihre Verteidigung eine religiöse Verpflichtung sei, der jeder einzelne Muslim nachkommen müsse.

Die derzeit bekanntesten Beispiele für transnational agierende Terrororganisationen sind der sog. „Islamische Staat“ (IS) und „al-Qaida“ (AQ).

Regional agierender Terrorismus

Regional agierende islamistische Terrororganisationen versuchen nicht, ein weltumspannendes Kalifat zu errichten. Stattdessen sind ihre politischen Ziele in der Regel inhaltlich wie räumlich klar begrenzt. Terrororganisationen wie die afghanischen „Taliban“, die palästinensische „HAMAS“ oder die libanesische „Hizbullah“ verstehen sich selbst als Widerstands- oder Befreiungsorganisationen und agieren überwiegend in ihren Heimat- oder Nachbarländern. Dort versuchen sie, ihren politischen Einfluss mithilfe von Terroranschlägen und Klientelpolitik zu vergrößern.