Rechtsextremismus

Rechtsextremisten verbindet eine Weltanschauung, in deren Mittelpunkt ein völkisch-rassistisches Denken steht. Die Verwirklichung einer ethnisch homogenen („reinen“) „Volksgemeinschaft“, ein zentrales Element auch des historischen Nationalsozialismus, bleibt ein vorrangiges Ziel nahezu aller Rechtsextremisten. Zudem streben Rechtsextremisten ein demokratiefeindliches, autoritäres Staatswesen nationalistischer Prägung an. Die Gedanken von Freiheit, Toleranz und Völkerverständigung werden von ihnen missachtet.

Das rechtsextremistische Spektrum tritt nicht einheitlich auf. Es lässt sich anhand von Organisationsform und –grad wie folgt kategorisieren:

 

 

Rechtsextremistisches Personenpotenzial

Personenpotenzial

Angaben gerundet, Gesamtzahlen ohne Mehrfachmitgliedschaften.
* Die Zahl der Gewaltorientierten ist eine Schnittmenge und beinhaltet vor allem subkulturelle (unstrukturierte) Rechtsextremisten und einen Teil der Neonazis.

Rheinland-Pfalz

2017

2016
Gesamt         650650

Gewaltorientierte*

150

150
Parteien250250
- NPD
- "Der Dritte Weg"
- "Die Rechte"
200
50
einzelne
200
40
einzelne
Parteiunabhängige Strukturen200200
Unstrukturiertes Personenpotenzial200200

 

 

Lagebild Straf- und Gewalttaten

Die Zahl politisch motivierter Straftaten - rechts - sank im Jahr 2017 in Rheinland-Pfalz auf 635 (2016: 693). Von den 635 registrierten Straftaten waren 424 (66,8 %) sogenannte Propagandadelikte (2016: 387) nach §§ 86 und 86a Strafgesetzbuch (StGB), die die Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen sowie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen unter Strafe stellen (z.B. das Zeigen des Hitlergrußes in der Öffentlichkeit oder der öffentliche Ausruf der Grußformel „Heil Hitler“) Die Zahl der in den Straftaten enthaltenen Gewalttaten (ohne Sachbeschädigungen) sank auf 32 (2016: 51). In 28 Fällen handelte es sich dabei um Körperverletzungsdelikte (2016: 43).

Rechtsextremistische Themenfelder

Rechtsextremistische Hetze gegen Flüchtlinge

Fremdenfeindliche Hetze ist schon immer ein Schlüsselelement der rechtsextremistischen Agitation. In der Weltanschauung der Rechtsextremisten, die am Leitgedanken einer ethnisch homogenen Volksgemeinschaft ausgerichtet ist, stehen Menschen anderer Herkunft – pauschal als „Fremde“ bezeichnet – im Zentrum des Feindbilddenkens. Sie werden systematisch diffamiert und ausgegrenzt. Mehr...

Internet

Die rechtsextremistische Szene nutzt das Internet und dabei in besonderem Maße die sozialen Netzwerke, indem sie zu Themen von allgemeinem Interesse, wie Europa,  Banken- und Finanzkrise, zu populistischen Themen wie Kindesmissbrauch und aktuell in großem Umfang zu den Themenkomplexen Asyl und Flüchtlinge Stellung bezieht. Die Beiträge sollen häufig den Eindruck einer seriösen Auseinandersetzung sowie entsprechender Lösungsansätze vermitteln. Doch die rechtsextremistische Weltanschauung wird damit nur verschleiert. Mehr...

Musik

Rechtsextremisten missbrauchen die Musik als Türöffner und spielen dabei vor allem mit ihrer emotionalen Wirkung. Musik wird gezielt eingesetzt, um Interesse bei im Grunde nach unpolitischen Jugendlichen zu wecken. Mehr...