Weitgehend unstrukturiertes Personaenpotenzial

Das weitgehend unstrukturierte rechtsextremistische Personenpotenzial umfasst in Rheinland-Pfalz rund 200 Personen. Die Zusammensetzung ist nicht homogen; sie reicht von rechtsextremistischen Skinheads über regelmäßigen Besuchern rechtsextremistischer Veranstaltungen und Internetaktivisten bis hin zu Personen in informellen Kleinstgruppen, die keine Außenwirkung entfalten. Insofern kann auch nicht von einer geschlossenen Szene gesprochen werden.

Subkulturell geprägte Rechtsextremisten

Kennzeichnend für das subkulturelle rechtsextremistische Spektrum sind eine weitgehende Organisationslosigkeit und eine in der Regel nur oberflächliche weltanschauliche Prägung, getragen von rassistischem, antisemitischem und demokratiefeindlichem Gedankengut. Die weltanschaulich-politischen Defizite der subkulturellen Rechtsextremisten dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Szene ein hohes Maß an Aktions- und auch Gewaltbereitschaft an den Tag legt. Entscheidende Antriebsfeder ist dabei ein erlebnisorientiertes Gemeinschaftsgefühl, in dem die Musik eine entscheidende Rolle spielt. Sie verbindet, stärkt den Zusammenhalt und dient letztendlich der Verbreitung des rechtsextremistischen Gedankenguts. 

In Rheinland-Pfalz umfasst die subkulturelle rechtsextremistische Szene konstant schätzungsweise weniger als 50 Personen, die als gewaltorientiert gelten. Eine Reihe von ihnen fühlt sich - entgegen des bundesweiten Trends - nach wie vor dem Lebensstil der Skinheads verbunden. Kontakte bestehen vornehmlich in das Neonazilager.

Weitere Informationen finden Sie im Verfassungsschutzbericht 2017.

Rechtsextremistische Musikszene

Ein großer Teil des bundesweiten subkulturellen Personenpotenzials wird seit geraumer Zeit durch die rechtsextremistische Musikszene - d.h. in erster Linie durch Musikgruppen nebst Einzelakteuren (z.B. Balladensänger) und deren Anhängerschaft (insb. regelmäßige Konzertbesucher) - repräsentiert. Hinzu kommen Betreiber von themenbezogenen Homepages, Herausgeber von Publikationen, Organisatoren von Konzerten und Versandhändler szenetypischer Musikprodukte nebst eines reichlichen Angebots sonstiger Devotionalien wie Bekleidung.

Aber auch über die subkulturelle (Musik-)Szene hinaus hat Musik im Rechtsextremismus einen anhaltend hohen Stellenwert. Sie fungiert als wichtiges Medium zur Verbreitung der menschenverachtenden Weltanschauung, stiftet unter Gleichgesinnten Identität und stärkt somit allenthalben den Szenezusammenhalt. Ebenso bei der Rekrutierung und der Integration von Szenenachwuchs spielt die einschlägige, emotionalisierend wirkende Musik in Verbindung mit dem Erlebnisfaktor, wie er vor allem bei Konzertbesuchen zum Tragen kommt, eine wichtige Rolle.

Im Jahr 2017 waren fünf rechtsextremistische Bands und ein Liedermacher mit Bezug zu Rheinland-Pfalz in unterschiedlicher Intensität in Erscheinung getreten. Insgesamt wurden ein rechtsextremistisches Konzert mit rund 100 Teilnehmern sowie vier weitere Musikveranstaltungen mit geringerer Teilnehmerzahl bekannt. Im Ländervergleich nahm Rheinland-Pfalz damit auch im Jahr 2017 keine vordere Position ein.

Weitere Informationen finden Sie im Verfassungsschutzbericht 2017.