St. Alban Ortsübersicht © MdI RLP

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Dorferneuerung

Der Dorferneuerung kommt in Rheinland-Pfalz eine große landespolitische Bedeutung zu. Sie ist kommunale Selbstverwaltungsaufgabe und ein wesentlicher Bestandteil ländlicher Strukturpolitik mit dem Ziel einer umfassenden Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Insbesondere die Gestaltung des demografischen Wandels und die damit verbundenen Herausforderungen stellen die Dorferneuerung vor große Herausforderungen. Die Ortskerne müssen künftig für junge und alte Menschen attraktiv und nachhaltig gestaltet werden. Der Innenentwicklung der Dörfer ist dabei absolute Priorität einzuräumen. Die Dorferneuerungsplanung stellt das Instrument dar, mit dem heute - unter aktiver Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger - Leitbilder für die Zukunft formuliert werden.

Auf der Grundlage der Verwaltungsvorschrift „Förderung der Dorferneuerung“ (VV-Dorf) in der Fassung vom 27. August 2010 unterstützt das Land Rheinland-Pfalz dabei die Ortsgemeinden finanziell in ihrer strukturellen Entwicklung sowie die Bürger bei der Sanierung und Umnutzung der privaten Bausubstanz in den ländlichen Räumen.

Zielsetzung

Durch die Dorferneuerung soll eine nachhaltige und zukunftsbeständige Entwicklung des Dorfes unterstützt und das Dorf als eigenständiger Wohn-, Arbeits-, Sozial- und Kulturraum erhalten und weiterentwickelt werden. Die Funktionsvielfalt der Dörfer in ökonomischer, ökologischer, sozialer und kultureller Hinsicht zu erhalten und zu stärken ist ein Hauptanliegen der Dorferneuerung.

Zu den Aufgabenschwerpunkten der Dorferneuerung zählen insbesondere strukturverbessernde Maßnahmen, die vor allem die Ortskerne stabilisieren und stärken, wie zum Beispiel:

  • Wohnstättennahe Arbeitsplätze schaffen und sichern.
  • Die örtliche Grundversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs sichern beziehungsweise wiederherstellen.
  • Die Umnutzung leerstehender, ortsbildprägender Bausubstanz zum Wohnen und Arbeiten.
  • Das Dorfbild verbessern und die bauliche Ordnung sichern.
  • Ortsbildprägende  und regional typische Bausubstanz und Siedlungsstrukturen erhalten und erneuern.
  • Die Einheit von Dorf und Landschaft erhalten oder wiederherstellen.
  • Die Förderung der Einsatzbereitschaft und der Selbstinitiativen der Dorfbewohner für die Belange ihres Dorfes.
  • Umfassende Informations-, Bildungs- und Beratungsarbeit im Rahmen der Dorfmoderation durchführen.

Ein Schwerpunktthema der rheinland-pfälzischen Dorferneuerung ist die „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Dorferneuerung“. Im Rahmen einer umfassenden und nachhaltigen Dorfentwicklung wird so ein wichtiger Beitrag zur Schaffung familienfreundlicher Gemeinden geleistet. Denn die ländlichen Räume, insbesondere die dünn besiedelten Räume mit ihren Dörfern, werden nur dann Zukunft haben, wenn auch junge Familien mit ihren Kindern im Dorf bleiben. Sie dort ihre Wohnung nehmen und sich für Belange der Dorfentwicklung engagieren. Das Thema ist in eine längerfristige Gesamtkonzeption eingebunden und mündet in vielfältige konkrete Projekte. Rheinland-Pfalz hat in diesem Bereich eine Vorreiterrolle eingenommen und hierzu einen Leitfaden für die kommunal Verantwortlichen herausgegeben.

Allein in den Förderjahren 2000 bis 2014 wurden insgesamt 980 solcher Projekte durchgeführt. Dabei sind Zuwendungen in Höhe von über 45 Millionen Euro gewährt worden. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass in Rheinland-Pfalz nicht nur über das Thema diskutiert wird, sondern ganz konkrete Initiativen zusammen mit den Kindern und Jugendlichen realisiert werden.

Die Grundversorgung und sozialen Daseinsvorsorge in unseren Dörfern zu sichern und wiederherzustellen bildet schon immer ein Schwerpunkt in der Dorferneuerung. Neben bereits realisierten und noch laufenden Maßnahmen wurden verschiedene Modellvorhaben in unterschiedlichen Regionen gestartet (Landkreis Bad Kreuznach und Westerwaldkreis). Ziel dieser Vorhaben ist es vor allem, in kleineren Gemeinden in strukturschwachen Regionen modellhafte und übertragbare Möglichkeiten der Grundversorgung zu schaffen. Es geht aber auch darum, Kommunikation und soziale Kontakte insbesondere für die ältere Generation, zu ermöglichen.

Auswirkungen

Dass sich das Förderprogramm mittlerweile zu einem herausragenden Wirtschaftsförderprogramm insbesondere für heimische Handwerksbetriebe entwickelt hat, belegen auch einige wissenschaftliche Ergebnisse (ifo-Institut, München, 1991):

Jeder FörderEURO der Dorferneuerung löst Folgeinvestitionen in Höhe von rund sieben Euro aus. Mit Hilfe der Dorferneuerung sind direkt und indirekt je 511.292 Euro öffentlicher Mittel rund 65 Arbeitsplätze gesichert worden. Fördergelder aus der Dorferneuerung erhöhen Produktion und Beschäftigung und damit auch das Steueraufkommen. Dadurch können rund zwei Drittel der staatlichen Ausgaben durch induzierte Einnahmenerhöhungen wieder abgedeckt werden.

Seit 1991 hat das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen der Dorferneuerung über 513 Millionen Euro an Fördermitteln in den ländlichen Raum investiert. Über 28.500 private und über 4667 öffentliche Maßnahmen wurden unterstützt. Durch die Gesamtinvestitionen im Rahmen der Dorferneuerung in Höhe von 2,7 Milliarden Euro wurden seit 1991 wichtige wohnstättennahe Arbeitsplätze geschaffen und dauerhaft gesichert. Für Rheinland-Pfalz sind also durch die Dorferneuerung in den vergangenen 23 Jahren über 64.900 Arbeitsplätze dauerhaft gesichert worden.

Ein Schwerpunkt der privaten Dorferneuerung liegt in der Umnutzung leerstehender oder funktionslos gewordener ortsbildprägender Bausubstanz. Bedingt durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft sowie die demographische Entwicklung in unseren ländlichen Regionen ist davon ausgehen, dass künftig in den Ortskernen noch mehr Gebäude zur Umnutzung anstehen werden.

Zur Umnutzung gibt es keine echte Alternative, wenn man die Unverwechselbarkeit der Dörfer erhalten und gleichzeitig eine nachhaltige Verbesserung der Lebensverhältnisse in den ländlichen Regionen anstreben möchte.

Durch die Umnutzung alter Gebäude ist es möglich, auch für junge Familien mit Kindern ein vorhandenes kostengünstiges Wohnangebot in einem gesunden Wohnumfeld zu schaffen. Vielmals wurde durch Umnutzung von ehemaligen Scheunen und Ställen Wohnraum für Mehrgenerationenwohnen geschaffen.

Zugleich wird mit der Umnutzung von Gebäuden der historisch gewachsene Ortskern im Sinne der Dorferneuerung erhalten und wieder belebt.

Verfahren

Bewilligungen von Zuwendungen:
Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms können sowohl Vorhaben kommunaler Träger (Ortsgemeinden) wie auch privater Träger gefördert werden.

Für die Bewilligung von Zuwendungen für Vorhaben der Gemeinde ist das Ministerium des Innern und für Sport zuständig. Anträge sind von der Ortsgemeinde über die Verbandsgemeinde, die Kreisverwaltung und der ADD dem Ministerium vorzulegen

Die Bewilligung der Zuwendung für private Vorhaben erfolgt durch die Kreisverwaltungen. Anträge sind über die Ortsgemeinde und Verbandsgemeinde der Kreisverwaltung vorzulegen.

Ansprechpartner sind die Dorferneuerungsbeauftragen bei den Kreisverwaltungen.

 

 

Ausstellung

Friedhöfe sind für die ländlichen Ortsgemeinden aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen und Aufgaben von besonderer Bedeutung. Durch den grundsätzlichen Wertewandel, dem unsere Gesellschaft unterliegt, der zunehmend auch Einfluss auf unsere Friedhöfe gewinnt, ist die Gestaltung der Friedhöfe ein Thema mit großer Aktualität. 

Weitere Informationen zu der Ausstellung Ländliche Friedhofskultur und -gestaltung finden Sie hier.

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