Jury des Dorferneuerungswettbewerbs © MdI RLP

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Europäischer Dorferneuerungspreis

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Der Wettbewerb „Europäischer Dorferneuerungspreis“ wird alle zwei Jahre von der Europäischen Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und Dorferneuerung (ARGE) mit Sitz St. Pölten, Österreich ausgeschrieben. Ziel des Wettbewerbs ist es, besonders herausragende und beispielhafte Entwicklungsprozesse von Gemeinden und Regionen in den ländlichen Gebieten auszuzeichnen. Bei der Bewertung sind hierbei sind sowohl ökonomische, ökologische und kulturelle Entwicklungen von Bedeutung.

Der Wettbewerb „Europäische Dorferneuerungspreis“ wird alle zwei Jahre unter wechselnden Motto ausgelobt und wird in vier Kategorien vergeben:

  • Europäischer Dorferneuerungspreis
  • Europäischer Dorferneuerungspreis für ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität
  • Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen oder mehreren Bereichen der Dorfentwicklung
  • Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung.

An alle teilnehmenden Gemeinden/Regionen werden Preisobjekte wie Plaketten und Urkunden vergeben.

Die europäische ARGE versteht sich als ein unbürokratischer Zusammenschluß von Regierungsvertretern, Wissenschaftlern sowie Dorferneuerungsexperten und Repräsentanten von Nichtregierungsorganisationen und verfolgt folgende Ziele:

  • Verbesserung der Strukturen und Weiterentwicklung und Stärkung des ländlichen Raumes
  • Förderung des Erfahrungsaustauschs
  • Durchführung von Kongressen, Fachtagungen und Exkursionen
  • Vernetzung der Regionen

Sie ist seit 2007 in Form eines Vereins organisiert. Der Vorsitzende ist der Niederösterreichische Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll. Das Land Rheinland-Pfalz zählt zu den Unterstützerregionen der ARGE.

Der ausgeschriebene 14. Europäische DE- Wettbewerb „Europäischer Dorferneuerungspreis 2016“ stand unter dem Motto „offen sein“. Das Wettbewerbsmotto soll ein Signal dafür sein, Scheuklappen abzulegen und einen offenen Blick für das Neue, das Unbekannte und das Ungewöhnliche zu gewinnen.

Eingefahrene Wege erweisen sich oft als Einbahnstraße oder Sackgassen. Dabei geht es gleichermaßen um die Offenheit für innovative Ideen, Strategien und Perspektiven wie auch um die Offenheit für Menschen mit „anderen” Lebenskonzepten, Religionen, Nationalitäten und gesellschaftlichen Hintergründe. Nicht zuletzt will das Wettbewerbsmotto jene ländlichen Gemeinwesen ansprechen, die offen sind für Kooperationen, die die Grenzen zu ihren Nachbarn als Übergänge ansehen und sich mit diesen zu interkommunalen und regionalen Allianzen und Verbänden zusammengeschlossen haben.

Pro Bundesland ist eine Gemeinde/Region teilnahmeberechtigt.

Als letzter Preisträger im Europäischen Dorferneuerungswettbewerb 2016 wurde die Ortsgemeinde Klingenmünster im Landkreis Südliche Weinstraße mit einem Europäischen Dorferneuerungspreis ausgezeichnet.  Die Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße wurde neben 7 weiteren europäischen Dörfern mit dem Prädikat für eine „ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ ausgezeichnet.

 

Klingenmünster, hat es geschafft in einem seit Jahrzehnten laufenden Entwicklungsprozess unter enger Einbindung der BürgerInnen die vorhandenen Potenziale zu erkennen, zu nutzen und weiterzuentwickeln bzw. auszubauen. Besonderer Wert wird dabei einerseits auf das Humanpotenzial und damit verbunden eine starke Dorfgemeinschaft und andererseits auf die Bewahrung der Kulturlandschaft sowie der schützenswerten Bausubstanz gelegt. Auch die eigene Geschichte wird als Reichtum erkannt und genutzt, insbesondere die Landwirtschaft und vor allem der Weinbau sowie historische Stätten wie die Burg Landeck prägen das Bild und die Entwicklung. Zahlreiche Einrichtungen, insbesondere im sozialen Bereich, ermöglichen ein gutes Zusammenleben aller Generationen. Herausragend ist die Bürgerstiftung Pfalz, die eine Plattform für vielfältige innovative Projekte weit über Klingenmünster hinaus bietet. Das Zusammenleben der DorfbewohnerInnen mit den Beschäftigten und den PatientInnen der Pfalzklinik, die auch die mit Abstand größte Arbeitgeberin ist, funktioniert sehr gut und ist von enger Kooperation und beiderseitiger Offenheit für einander geprägt. 

Die bisherigen Wettbewerbsteilnehmer aus Rheinland Pfalz waren:

1994: OG Kerpen, LK Daun, 1996: OG Erfweiler, LK Südwestpfalz, 1998: OG Metterich, Eifelkreis Bitburg-Prüm, 2000: OG Kanzem, LK Trier Saarburg, 2002: OG Wiersdorf, Eifelkreis Bitburg Prüm, 2004: OG St. Alban, Donnersbergkreis, 2006: OG Konken, LK Kusel, 2008: Erlebnisland Maikammer, LK Südliche Weinstraße, 2012: OG Ludwigswinkel und OG Fischbach im Verbund, LK Südwestpfalz, 2014: Calmont Region, OG Ediger-Eller, OG Neef und OG Bremm, LK Cochem Zell, 2016: OG Klingenmünster, LK Südliche Weinstraße.

Unser Dorf hat Zukunft
Logo eines Dorfwettbewerbs

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Der Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” besteht seit über 55 Jahren und ist eine der größten Bürgerbewegungen bundes- und landesweit. Alle drei Jahre zeichnet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Gemeinden aus, die sich mit einem herausragenden bürgerschaftlichen Engagement für die Weiterentwicklung ihrer Kommune einsetzen. Er trägt maßgeblich zu einer positiven Entwicklung der ländlichen Räume bei.

Die Ermittlung des rheinland-pfälzischen Teilnehmers am Bundesentscheid erfolgt in einem dreistufigen Wettbewerb auf Kreis-, Gebiets- und Landesebene.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Bewertungsrichtlinien Rheinland-Pfalz 

Ziel des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft” ist die Verbesserung der Zukunftsperspektiven in den Dörfern und die Steigerung der Lebensverhältnisse in den ländlichen Räumen. Die Dorfgemeinschaft und die einzelnen Dorfbewohner sind aufgerufen, aktiv an der Gestaltung des eigenen Dorfes und seiner Umgebung mitzuwirken. Der Wettbewerb trägt dazu bei, das Verständnis der Dorfbevölkerung für ihre eigenen Einflussmöglichkeiten zu stärken und dadurch die bürgerschaftliche Mitwirkung zu intensivieren.

Denn das bürgerschaftliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger für ihr Dorf und gerade für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ist auch nach 55 Jahren ungebrochen hoch. Der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" hat in seiner langen Geschichte gezeigt, dass es die Menschen sind und das soziale Miteinander zwischen den Generationen und mit den Neubürgern, die dafür sorgen, dass ein Dorf lebendig und damit lebens- und liebenswert ist. Die bisherigen Erfolge rheinland-pfälzischer Gemeinden beim Bundeswettbewerb sollten ermutigen sich auch künftig den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Gerade im Rahmen dieses Dorfwettbewerbes findet die notwendige Auseinandersetzung mit den aktuellen Themen unserer Dörfer wie z.B. den Leerstand von Gebäuden, der Sicherung der Grundversorgung und der sozialen Daseinsvorsorge statt.

Der Wettbewerb fördert darüber hinaus das bürgerschaftliche Engagement, die Mitwirkungsbereitschaft in Vereinen, Arbeitskreisen, Gruppen oder Organisationen, die Verantwortung übernehmen und Ideen entwickeln. Alle in den Gemeinden Verantwortlichen sollen durch den Wettbewerb motiviert werden, die individuellen Ausgangsbedingungen – Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken – ihres Ortes zu bestimmen. Darauf aufbauend können Perspektiven für das Dorf gemeinschaftlich entwickelt und die Eigenkräfte gestärkt werden. Der Wettbewerb will Ortsgemeinden und Gemeindeteile, die auf diesem Gebiet vorbildliches leisten, anerkennen und herausstellen.

Teilnahmeberechtigt sind Ortsgemeinden mit überwiegend dörflichem Charakter bis zu 3.000  Einwohnern und Gemeindeteile mit überwiegend dörflichem Charakter bis zu 3.000 Einwohnern, die vom übrigen besiedelten Gemeindegebiet räumlich klar getrennt sind und eine geschlossene Ansiedlung bilden. Nicht teilnahmeberechtigt sind Gemeindeteile von kreisfreien Städten.

Die Wettbewerbsteilnehmer werden in zwei Klassen eingeteilt. In der Hauptklasse sind die Ortsgemeinden und die Gemeindeteile zusammengefasst, die sich zum ersten Male am Wettbewerb beteiligen oder in früheren Wettbewerben noch nicht im Gebietsentscheid waren. In der Sonderklasse sind die Ortsgemeinden und Gemeindeteile zusammengefasst, die in früheren Jahren bereits im Gebietsentscheid waren.

Zur Ermittlung der Teilnehmergemeinden am Bundesentscheid 2019 führt das Land zwei Landeswettbewerbe durch, beginnend im Jahr 2017. Die Landeswettbewerbe erfolgen jeweils dreistufig auf Kreis-, Gebiets- und Landesebene. Die Teilnahme am Bundesentscheid richtet sich nach der erreichten Gesamtpunktzahl. Die Siegergemeinden mit der höchsten Punktzahl werden für den Bundesentscheid weiter gemeldet.

Die Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister melden die Beteiligung am Wettbewerb nach Beschlussfassung im Ortsgemeinderat über die Verbandsgemeindeverwaltung der Kreisverwaltung; die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der verbandsfreien Gemeinden (Städte) und die Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister der großen kreisangehörigen Städte melden die Beteiligung von Gemeindeteilen nach Beschlussfassung im Gemeinderat (Stadtrat) der Kreisverwaltung. Die Kreisverwaltungen legen der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in den Jahren 2017 und 2018 bis zum 17. März ein Verzeichnis der Wettbewerbsteilnehmer mit Angabe der Einwohnerzahl getrennt nach Haupt- und Sonderklasse vor. Nach Überprüfung der Angaben leitet die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in den Jahren 2017 und 2018 die Meldelisten jährlich bis zum 1. April an das Ministerium des Innern und für Sport weiter.

Zur Ermittlung der Kreis-, Gebiets- und Landessieger werden von den Kreisverwaltungen, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und dem Ministerium des Innern und für Sport Bewertungsjurys gebildet. Für die Auswahl der Mitglieder der Bewertungsjurys ist die fachliche Qualifikation maßgebend. Allen Jurys sollte mindestens je eine Fachkraft aus den Bereichen Architektur/Städtebau, Denkmalpflege sowie Gartenbau/Landespflege angehören. Jeder Landkreis kann nur dann einen Kreissieger zum Gebietsentscheid melden, wenn sich mindestens drei Ortsgemeinden bzw. Gemeindeteile am Wettbewerb beteiligt haben.

 

 

Sonderwettbewerb „Innenentwicklung”

Der Minister des Innern, für Sport und Infrastruktur stiftet im Rahmen des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft” in den Jahren 2017 und 2018 einen Sonderpreis für vorbildliche Initiativen und Maßnahmen zur Stärkung der Innenentwicklung unserer Dörfer.

Die Wettbewerbsauszeichnung soll insbesondere dazu beitragen, die Ortskerne zukunftsfähig und lebenswert für alle Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner zu gestalten. Der Preis soll vor dem Hintergrund der demographischen Veränderungen die Innenentwicklung und Aufwertung der Ortskerne fördern.

Bewertet werden diejenigen Gemeinden, die sich in der Haupt- und Sonderklasse für den Landesentscheid qualifiziert haben.

Zur Ermittlung der Preisträger (Haupt- und Sonderklasse jeweils 1 Preisträger) sind insbesondere nachfolgende Kriterien relevant: 
Stand, Qualität und Realisierung der Dorferneuerungsplanung bezüglich der Innenentwicklung.

  1. Initiativen und Maßnahmen für eine geordnete und qualitätsbewusste städtebauliche Entwicklung (z.B. Planungsinstrumente in den Ortskernen und Einzelmaßnahmen - Umnutzungen, Baulückenschließungen, Erhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen).
  2. Sicherung bzw. Wiederherstellung einer dorfgerechten Infrastruktur- und Grundversorgungsausstattung.
  3. Beteiligung und Mitwirkung der Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner bei der Konzeptfindung und Realisierung von Maßnahmen.

Der Sonderpreis „Innenentwicklung“ ist im Landesentscheid mit insgesamt 6000 Euro dotiert. Die Dotierung erfolgt jeweils zur Hälfte des Preisgeldes (3000 Euro) in der Haupt- und Sonderklasse.
Die Preisverleihung findet vor Ort statt.

Demografiepreis Dorferneuerung

Der Minister des Innern, für Sport und Infrastruktur vergibt im Rahmen des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft” in den Jahren 2017 und 2018 einen Sonderpreis „Demografiepreis Dorferneuerung”.

Dem Thema Demografie und den damit einhergehenden gesellschaftlichen und strukturellen Veränderungen in unseren Dörfern wird seitens der Dorferneuerung ein hoher Stellenwert eingeräumt.

Mit dem „Demografiepreis Dorferneuerung” sollen beispielgebende Initiativen und Projekte prämiert werden, die zur Gestaltung des demografischen Wandels beitragen. Neben der Würdigung von Leistung und Bürgerengagement soll dieser Sonderpreis das Bewusstsein schärfen für demografische Aspekte in der Dorferneuerung.

Für die Prämierung von Initiativen und Projekten werden insbesondere nachfolgende Kriterien herangezogen:

  1. Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität für Jung und Alt
  2. Kinder- und familienfreundliche Gestaltung des Dorfes
  3. Initiativen und Maßnahmen der Grundversorgungssicherung und sozialen Daseinsvorsorge
  4. Teilnahme aller Generationen, Nationalitäten und Minderheiten am Dorfleben
  5. Beteiligung bei Planungs- und Entscheidungsprozessen im Dorf

Die Prämierung des Sonderpreises „Demografiepreis Dorferneuerung” erfolgt im Landesentscheid des Dorfwettbewerbes mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Die Preisverleihung findet vor Ort statt. 

Sonderpreis „Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung”

Der Minister des Innern und für Sport vergibt erstmals ab dem Wettbewerbsjahr 2017 einen Sonderpreis für „Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung”.

Das Thema „Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung” ist für die Zukunft unserer Dörfer von zentraler Bedeutung. Die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen und dessen aktive Mitwirkung an der Entwicklung ihres Dorfes ist ein Hauptanliegen der rheinland-pfälzischen Dorferneuerung.Der Dorfwettbewerb soll in besonderem Maße dazu beitragen das Interesse für die Belange und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen zu fördern.Die Jury wird kinder- und jugendfreundliche Projekte, Initiativen und Maßnahmen bewerten, die bereits realisiert sind oder sich in einem fortgeschrittenen Planungsstadium befinden. Für die Verleihung des Sonderpreises „Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung” sind vor allem nachfolgende Kriterien von Bedeutung:

  1. Einbindung der Kinder und Jugendlichen in ein ganzheitliches Entwicklungskonzept
  2. Formen der Beteiligung und Zusammenarbeit von bzw. für Kinder und Jugendliche
  3. Projektqualität und -initiative

Die Prämierung des Sonderpreises „Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung” erfolgt im Landesentscheid des Dorfwettbewerbes mit einem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro. Die Preisverleihung findet vor Ort statt.