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Ahnen/Lewentz: Partnerschaft mit Ruanda für Jugendliche Gewinn

Bildungsministerin Doris Ahnen und Innenminister Roger Lewentz haben den hohen Stellenwert der partnerschaftlichen Beziehung zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda besonders für die junge Generation in Rheinland-Pfalz betont. „Es ist gut, dass sich auch Schülerinnen und Schüler für diese wichtige soziale Sache engagieren und sich kritisch mit den historischen Ereignissen in unserem Partnerland auseinandersetzen“, sagten Doris Ahnen und Roger Lewentz am Montag in Mainz. Um das Bewusstsein für die Geschichte Ruandas zu schärfen, hat die Landesregierung aus Anlass des diesjährigen Gedenkens an den Bürgerkrieg und Völkermord in Ruanda vor 20 Jahren einen Essaywettbewerb für Oberstufenschülerinnen und -schüler ausgeschrieben, dessen Gewinner jetzt feststehen. Der Sieger hat nun die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Innenminister vom 5. bis 9. April nach Ruanda zu reisen, um dort unter anderem an den zentralen Trauerfeierlichkeiten zum Genozid vor 20 Jahren teilzunehmen.

„Gerade die zahlreichen Kooperationen und Partnerschaften zwischen Schulen in Rheinland-Pfalz und Ruanda im Rahmen der seit 1982 bestehenden Partnerschaft bieten einen guten Ansatz für Schülerinnen und Schüler, den Umgang mit Menschenrechten aus einer ganz besonderen Perspektive zu beleuchten“, unterstrich Doris Ahnen.  „In Ruanda engagieren sich Menschen aus Rheinland-Pfalz seit mehr als 30 Jahren für eine dezentrale, grundbedürfnisorientierte Entwicklungsarbeit“, sagte Lewentz. Die enge, freundschaftliche Verbindung und partnerschaftliche Zusammenarbeit von etwa 250 Schulen, 50 Ruandaarbeitsgruppen und zahlreichen Vereinen sowie Kirchenorganisationen stelle ein wirksames Hilfsprogramm für die Menschen in dem ostafrikanischen Land dar. In den vergangenen 30 Jahren konnten bisher weit über tausend Kleinprojekte realisiert werden, die den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe bieten. „Die Partnerschaft mit Ruanda ist ein Stück der politischen Kultur unseres Bundeslandes geworden“, unterstrich Lewentz.

Bildungsministerin Ahnen und Innenminister Lewentz zeigten sich besonders beeindruckt von dem Essaybeitrag des Binger Gymnasiasten Jan Caspers „Die Macht der Sprache“, der von der Jury auf den ersten Platz gesetzt wurde. „Wir müssen den reflektierten Umgang mit Sprache zu einer Maxime machen. Uns stets vor Augen halten, was unbedachte Sätze, aufgegriffene Aussagen bewirken können“, heißt es in dem Text. Sprache habe einen wichtigen, im Fall Ruandas einen manipulierenden und aufhetzenden Einfluss auf Menschen gehabt, weshalb die immanente Gefahr des Sprachmissbrauchs bestehe.

Der Essaywettbewerb zum Thema „20 Jahre Völkermord in Ruanda: Was haben wir gelernt?“ in Kooperation mit dem Verein Genocide Alert richtete sich an Schülerinnen und Schüler aller rheinland-pfälzischer Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen ab der 11. Klassenstufe. Sie waren aufgerufen, sich mit den Fragen zu beschäftigen, ob und wie die Zivilgesellschaft Initiative gegen ähnliche Verbrechen ergreifen kann, welche Rolle der Bundesrepublik zukommt, welche Verantwortung sie trägt und wie diese umgesetzt werden kann.

Die Gewinner des Wettbewerbs sind:
1. Platz: Jan Casper, Stefan-George-Gymnasium, Bingen. Er gewinnt die Reise nach Ruanda zur offiziellen Gedenkfeier.
2. Platz : Matthias Meyer, Thomas-Morus-Gymnasium, Daun,
3. Platz Helen Bremm, Herzog-Johann-Gymnasium, Simmern/Hunsrück.
Beide Platzierten erhalten einen Buchpreis, der am 15. Mai 2014 im Landtag Rheinland-Pfalz verliehen wird.

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