„Jeder Unfall ist einer zu viel. Vor allem, wenn Menschen zu Schaden kommen. Deshalb lassen wir bei Maßnahmen zur Verkehrssicherheit nicht nach. Wir haben uns dem Ziel der ‚Vision Zero‘ verschrieben. Bis 2050 soll kein Mensch mehr im Straßenverkehr sein Leben verlieren. Der erneute Rückgang der Verletzten und tödlich Verunglückten belegt, dass unsere Landespolizei in diesem Bestreben erfolgreich ist. Abseits der pandemiebedingten Sondereffekte in 2020 und 2021 liegt die Zahl der getöteten Personen auf rheinland-pfälzischen Straßen weiterhin auf historischem Tiefststand“, so Innenminister Michael Ebling.
Die Zahl der durch Verkehrsunfälle getöteten Personen sank im Vergleich zum Vorjahr von 134 auf 130. Zum Vergleich: 1971 hatte die Zahl der Todesopfer noch auf dem Höchststand von 1.241 gelegen. Auch die Zahl der insgesamt verunglückten Personen sank 2024 (17.275) im Vergleich zu 2023 (17.858) um 3,3 Prozent. Die Zahl der Schwerverletzten ist von 2.594 in 2023 auf 2417 um knapp sieben Prozent gesunken, die Anzahl der Leichtverletzten um rund drei Prozent auf 14.728 Personen.
Die Anzahl der Verkehrsunfälle, bei denen Kinder involviert waren, liegt ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. „Jedes durch einen Verkehrsunfall getötete Kind überschattet eine statistische Auswertung und macht betroffen. Erfreulicherweise hat im Jahr 2024 kein Kind sein Leben auf rheinland-pfälzischen Straßen verloren“, so der Minister. Insgesamt sind mehr schwerverletzte Kinder als 2023 zu verzeichnen, wenngleich die Zahl der leichtverletzten etwas gesunken sei. „Wir werden nichts unversucht lassen, wenn es um die Verkehrssicherheit der Kinder geht“, sagte Ebling. Hierbei ist insbesondere die Arbeit der Polizeipuppenbühnen und der Jugendverkehrsschulen zu nennen. Die Verkehrsunfälle mit Kindern liegen mit 1.353 unterhalb des Vorjahresniveaus (2023: 1.397). Im Jahr 2024 verunglückten 1.222 (2023: 1.239) Kinder, davon wurden 1.096 leichtverletzt (2023: 1.126) und 126 schwer (2023: 110).
Die Gruppe der sogenannten „Jungen Fahrenden“ (18 bis 24 Jahre) ist an knapp 20 Prozent aller Verkehrsunfälle beteiligt und hat in 68 Prozent der Fälle den Unfall selbst verursacht. Die Entwicklung der Unfallzahlen (2023: 27.548 / 2024: 26.788) als auch die Anzahl der verunglückten jungen Fahrenden ist rückläufig, insgesamt wurden weniger junge Fahrende leicht- oder schwerverletzt. Ein Anstieg ist leider bei den getöteten jungen Fahrenden zu verzeichnen (2023: 9, 2024: 12). „Insbesondere durch mangelnde Erfahrung, ihre Fahrweise an die örtlichen Straßen- und Witterungsverhältnisse anzupassen oder weil sie ihr Können überschätzen, verlieren sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Weitere Gründe können die Ablenkung durch das Handy oder Alkohol - und Drogenkonsum sein. Um die jungen Menschen mit unseren Präventionsbotschaften zu erreichen, setzen wir neben zielgerichteten Präventionsprojekten selbstverständlich auch verstärkt auf die sozialen Medien. Die Polizei ist bei Facebook, Instagram, TikTok und WhatsApp aktiv und mit ihren Botschaften gut wahrnehmbar“, so der Minister.
Bei den Verkehrsunfällen, an denen Seniorinnen und Senioren beteiligt waren, ist eine Steigerung um rund drei Prozent zu verzeichnen. Bei insgesamt 30.444 Unfällen verunglückten 77 Seniorinnen und Senioren mehr als 2023 (2023: 2.290 / 2024: 2.367). Hierbei verstarben vierzehn Seniorinnen und Senioren weniger als im Vorjahr (2023: 50 / 2024: 36). Auch bei der Zahl der schwerverletzten Seniorinnen und Senioren ist ein Rückgang zu verzeichnen (-2,5 Prozent). „Der negative Trend aus dem Vorjahr konnte bei den tödlich und schwerstverletzten Seniorinnen und Senioren umkehrt werden. Ich möchte diese Altersgruppe ermutigen, die durch die Polizeipräsidien und das Landeskriminalamt teils auch mit ausgewählten Kooperationspartnern zielgerichtete Präventionsangebote zu nutzen. Im Vordergrund steht die Stärkung der Selbstwahrnehmung, um verantwortungsbewusst am Straßenverkehr teilzunehmen und sich und andere zu schützen. Der Fokus liegt nicht auf verpflichtenden Maßnahmen.“, hob der Minister hervor.
Bei den Fahrrad- und Pedelec-Unfällen sind die Zahlen weiterhin rückläufig. 2024 ereigneten sich 3.897 Unfälle unter Beteiligung von Fahrrad- und Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrern (2023: 4.010). Die Zahl der Leichtverletzten sank von 2.488 im Jahr 2023 auf 2.458, die der Schwerverletzten von 515 auf 492. Die Zahl der Getöteten ist im Vergleich zum Vorjahr von 19 auf 13 rückläufig.
„Jeder fünfte Unfall mit Personenschaden ist auf nicht angepasste Geschwindigkeit und unzureichenden Sicherheitsabstand zurückzuführen. Damit sind dies die wichtigsten Hauptunfallursachen“, erläuterte Friedel Durben, Inspekteur der der rheinland-pfälzischen Polizei.
Die Anzahl der Personenschadensunfälle unter dem Einfluss von Alkohol ist weiterhin leicht rückläufig (2023: 834 / 2024: 804). Bei Personenschadensunfällen unter dem Einfluss von Drogen ist hingegen ein geringer Anstieg im Vergleich zum Vorjahr festzustellen (2023: 195 / 2024: 200). Im Hinblick auf die Legalisierung von Cannabis lässt sich derzeit (noch) kein Anstieg an Verkehrsunfällen unter Cannabiseinfluss feststellen. „Nichtsdestotrotz möchte ich nochmals deutlich betonen, dass das Führen eines Kraftfahrzeuges unter dem beeinträchtigenden Einfluss von Cannabis nach wie vor verboten bleibt“, so Durben. Die Polizei wird auch in diesem Jahr zielgerichtete Präventions- und Kontrollmaßnahmen durchführen, um die Sicherheit im Straßenverkehr für alle Verkehrsteilnehmenden zu verbessern.
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