| Dorferneuerung

Lewentz gibt Sieger im Landesentscheid 2012 bekannt

Der Landesentscheid 2012 im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ist entschieden. Insgesamt 269 Dörfer haben sich am Landeswettbewerb beteiligt, davon 146 in der Hauptklasse und 123 in der Sonderklasse. Aus den vorausgegangenen Kreis- und Gebietsentscheiden hatten sich 24 Ortschaften für den Landesentscheid qualifiziert. Im Jahr 2011 hatten sich 215 Dörfer am Wettbewerb beteiligt. Mit der Gesamtteilnehmerzahl von 484 Gemeinden belegt Rheinland-Pfalz im Bundesvergleich einen hervorragenden zweiten Platz. Die Jurys mit jeweils fünf Experten in der Haupt- und Sonderklasse haben nach einer eingehenden Begutachtung vor Ort die diesjährigen Sieger im Landeswettbewerb ermittelt.

In der Sonderklasse haben sich die teilnehmenden Gemeinden wie folgt platziert:

1. Kerpen (Landkreis Vulkaneifel) 1.800 Euro

2. Duchroth (Landkreis Bad Kreuznach) 1.500 Euro

3. Bornheim (Landkreis Südliche Weinstraße) 1.300 Euro

4. Bärweiler (Landkreis Bad Kreuznach) 800 Euro

4. Stadt Hornbach (Landkreis Südwestpfalz) 800 Euro

6. Kirrweiler (Landkreis Südliche Weinstraße) 800 Euro

 

Die nachfolgenden Gemeinden erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro (in alphabetischer Reihenfolge):

Stadtteil Heimersheim (Landkreis Alzey-Worms)

Leisel (Landkreis Birkenfeld)

Morschheim (Donnersbergkreis)

Thür (Landkreis Mayen-Koblenz)

Winden (Rhein-Lahn-Kreis)

Zeiskam (Landkreis Germersheim)

 

In der Hauptklasse haben sich die teilnehmenden Gemeinden wie folgt platziert:

1. Einselthum (Donnersbergkreis) 1.800 Euro

2. Mörschbach (Rhein-Hunsrück-Kreis) 1.500 Euro

3. Vollmersweiler (Landkreis Germersheim) 1.300 Euro

4. Waxweiler (Eifelkreis Bitburg-Prüm) 800 Euro

5. Offenbach-Hundheim (Landkreis Kusel) 800 Euro

6. Waldlaubersheim (Landkreis Bad Kreuznach) 800 Euro

 

Die nachfolgenden Gemeinden erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro (in alphabetischer Reihenfolge):

Dirmstein (Landkreis Bad Dürkheim)

Meddersheim (Landkreis Bad Kreuznach)

Obernhof (Rhein-Lahn-Kreis)

Oberraden (Landkreis Neuwied)

Schwanheim (Landkreis Südwestpfalz)

Thalfang (Landkreis Bernkastel-Wittlich)

Bei der Bewertung wurden folgende Bereiche beurteilt: „Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen“, „Bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten“, „Baugestaltung und -entwicklung“, „Grüngestaltung und -entwicklung“ und „Das Dorf in der Landschaft“. Die feierliche Siegerehrung findet am Freitag, den 09. November 2012, ab 14 Uhr im Kurfürstlichen Schloss in Mainz statt. Alle Gemeinden, die am Landesentscheid 2012 teilgenommen haben, werden von Innenminister Roger Lewentz mit einem Geldpreis, einer Urkunde und einer Trophäe ausgezeichnet.

Nach dem vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Berlin vorgegebenen Teilnehmerschlüssel für den Bundesentscheid 2013 können aus den Bundesländern bei einer Teilnehmerzahl von u.a. 301 bis 500 Gemeinden drei Siegergemeinden für den Bundesentscheid 2013 gemeldet werden. Demnach kann Rheinland-Pfalz bei einer Teilnehmerzahl von insgesamt 484 Gemeinden drei Gemeinden für den Bundesentscheid 2013 melden. Die Teilnahme richtet sich nach der erreichten Gesamtpunktzahl im Rahmen der Landesentscheide 2011 und 2012. Danach werden die Gemeinden die in beiden Wettbewerben die höchste Punktzahl erreichten gemeldet. Dies sind die Gemeinden Ottersheim (Landkreis Germersheim) – Sieger in Hauptklasse 2011 mit 91 Punkten, Großbundenbach (Landkreis Südwestpfalz) – Sieger in der Sonderklasse 2011 mit 85 Punkten und die Gemeinde Kerpen (Landkreis Vulkaneifel) – Sieger in der Sonderklasse 2012 mit ebenfalls 85 Punkten. Diese drei Gemeinden werden 2013 Rheinland-Pfalz im Bundesentscheid 2013 vertreten. Alle anderen Wettbewerbsteilnehmer konnten aufgrund der erreichten Punktzahl nicht zum Bundesentscheid gemeldet werden.

Der in diesem Jahr ebenfalls ausgelobte Sonderpreis für Innenentwicklung geht in der Sonderklasse an die Ortsgemeinde Kerpen im Landkreis Vulkaneifel und in der Hauptklasse an die Ortsgemeinde Vollmersweiler im Landkreis Germersheim. Beide Gemeinden erhalten den von Innenminister Lewentz gestifteten Sonderpreis in Höhe von jeweils 2.500 Euro für vorbildliche Initiativen und Maßnahmen zur Stärkung der Innenentwicklung. Die Termine für die Preisverleihungen vor Ort stehen auch schon fest. Minister Lewentz wird am Freitag, den 16.11. 2012 den Sonderpreis in Vollmersweiler überreichen und am Freitag, den 30.11.2012 in der Ortsgemeinde Kerpen. „Diesen beiden Dorferneuerungsgemeinden ist es durch eine Vielzahl von Maßnahmen in herausragender Weise gelungen, ihre Ortskerne zukunftsfähig zu gestalten und zu entwickeln. Ich freue mich auf den Besuch und den geplanten Ortsrundgang in den beiden Gemeinden“, so Lewentz.

„Ich möchte noch einmal betonen, dass alle Gemeinden, die sich über den Kreis- und Gebietsentscheid für den Landesentscheid qualifiziert haben, sich als Sieger fühlen können. Unabhängig von einer weiteren Platzierung“, betonte Lewentz. „Mein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Damen und Herren der beiden Landesjurys, die es wieder mal geschafft haben aus einem Kreis von sehr guten Gemeinden diejenigen herauszufiltern, die einen ersten oder zweiten Platz belegen sollen. Eine schwierige Aufgabe, die von den Fachleuten der Landesjury erneut gut gelöst wurde“, so der Minister weiter.

„Mit diesem Wettbewerb sollen Gemeinden, die auf diesem Gebiet Vorbildliches leisten, anerkannt und herausgestellt werden. Sie sollen mit beispielhaften Initiativen und Projekten weitere Orte zu eigenen Aktivitäten anregen. Besonders freut mich, dass alle Gemeinden am Landesentscheid sich aktiv mit der Dorferneuerung beschäftigen. Viele der Gemeinden waren oder sind Schwerpunktgemeinden in der Dorferneuerung“, unterstrich Minister Lewentz.

Begründungen der Jury für die Siegergemeinden in der Haupt- und Sonderklasse 2012

Hauptklasse

Ortsgemeinde Einselthum:

Die Gemeinde Einselthum hat den Schwung aus der Schwerpunktanerkennung in den späten 1990er Jahren genutzt und den größten Teil der Maßnahmen aus dem Dorferneuerungskonzept umgesetzt. Die Fortschreibung des Konzepts unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist für die 2013 geplant. Heute hat Einselthum mit Hilfe eines ständig aktualisierten Plans, der die Innenentwicklungspotenziale aufzeigt, die Innenentwicklung voll und ganz im Blick. Ein bereits erschlossenes Baugebiet arrondiert als Verbindung zwischen Ortskern und älteren Baugebieten die Ortslage und bietet Bauwilligen sonnige Grundstücke mit weitem Ausblick. Infrastrukturell ist die Ortsgemeinde mit Dorfgemeinschaftshaus, Haus der Vereine (vorbildlich sanierte und umgenutzte landwirtschaftliche Hofanlage), Kindergarten und Gaststätte gut aufgestellt. In Bezug auf die Grundversorgung profitiert Einselthum von der unmittelbaren Nähe zu den Nachbargemeinden sowie im Hinblick auf Arbeitsplätze von der Nähe zum Ballungsraum Ludwigshafen/Mannheim. Ein hohes Potenzial der Ortsgemeinde stellt die sehr attraktive Wohnlage in Verbindung mit sanftem Tourismus dar. Das Bürgerschaftliche Engagement der Bürgerinnen, Bürger, Senioren, Jugendlichen und Kinder sind sowohl im sozialen wie auch im kulturellen Bereich besonders hervorzuheben. Das gesellschaftliche Leben ist geprägt von Tradition, einem sehr ausgeprägten Gemeinschaftssinn und durch einen guten Zusammenhalt. Durch zahlreiche Veranstaltungen wird die gute Vernetzung von Gemeinde, Vereinen und der Kindertagestätte deutlich sichtbar. Durch die gute Zusammenarbeit und die zahlreichen Aktionen im Ort werden Neubürger gut in die Gemeinde integriert und Kontakte leicht geknüpft. Der Entwicklungsprozess der Ortsgemeinde Einselthum ist stark zukunftsorientiert und ganzheitlich ausgerichtet.

Die Gemeinde Einselthum hat beim Bewertungspunkt Baugestaltung und Entwicklung durch ihre konsequente Umnutzung historischer Gebäude für öffentliche und private Vorhaben überzeugt. Die gelungenen und architektonisch anspruchsvollen Kombinationen zwischen historischer Bausubstanz und zeitgemäßen Nutzungen findet man nicht nur beim Rathaus und dem Haus der Vereine, sondern auch bei der zum Feuerwehrgerätehaus umgebauten Scheune mit ihrem Umfeld, beim Kindergarten oder bei den vielen privaten Projekten, wie z.B. den stilvollen Weinstuben. Diese gelungene Harmonie setzt sich über die Hof- und Freiflächengestaltungen fort und findet ihren Ausdruck in der Sanierung der alten Brunnen und den schön gestalteten Gärten und Innenhöfen. Besonders das frühzeitige Einbinden und Heranführen der Kinder ist in diesem Zusammenhang lobenswert und erfreulich.

Eine Gruppe "rüstiger Rentner" kümmert sich mit viel Liebe zum Detail um das öffentliche Grün in der Gemeinde bis hin zum Friedhof, wo Gräber und Grünflächen in Patenschaften gepflegt werden. Beeindruckend ist das private Anwesen der Familie Anders mit einer weitläufigen Gartenanlage, eingebettet in historische Bausubstanz, ein Hort von Vielfalt und Artenreichtum. Die Überspannungen und Weintore sind mit regionaltypischen Pflanzen bestückt und passen sich hervorragend in das grüne Ortsbild ein.

Hervorragend ist die bereits sichtbare Entwicklung des Pfrimmtals mit dem Instrumentarium des „Ökokontos“ zu einer strukturreichen Auenlandschaft, welche mit einem geplanten Grünland- Erhaltungskonzept durch Beweidung und Mahd konsequent fortgesetzt wird. Besonders lobenswert ist der Ideenreichtum, mit der sich Gemeinde, Ehrenamt und Bürgerschaft bei der anstehenden Flurbereinigung zu artenschutzspezifischen Maßnahmen einbringen und dabei speziell auch den Anforderungen eines Natura-2000-Gebietes Rechnung tragen. Die sehr gute Ortsrandeingrünung wird ergänzt durch Lesesteinhaufen („Steinrosseln“) und weitere wertvolle Biotopvernetzungselemente.

Ortsgemeinde Mörschbach:

Beeindruckend für eine Gemeinde dieser Größe ist vor allem die große Zahl an öffentlichen Einrichtungen, die zentral und gut erreichbar im Ort liegen. Das vorbildlich sanierte Dorfgemeinschaftshaus mit Jugendraum und Feuerwehr, der benachbarte Pavillon und ein traditioneller Backes stehen für öffentliche und private Veranstaltungen unterschiedlicher Größenordnung zur Verfügung. Neben der guten Verkehrsanbindung geht ein hohes Potenzial von dem separiert gelegenen, jedoch gut eingebundenem Gewerbegebiet aus, das auch Mörschbachern Bewohnerinnen und Bewohner Arbeitsplätze bietet. Hier betreibt die Ortsgemeinde in perfekter Randlage eine Freiflächen-Photovoltaikanlage als Sonnennachführsystem. Sowohl im Gewerbegebiet als auch auf privaten Dachflächen im Ort finden sich weitere Solar- und Photovoltaikanlagen. Lobenswert zu erwähnen ist der Kooperationsverein „gemeinsam sind wir stark“. Er setzt sich aus mehreren Vereinen der Verbandsgemeinde zusammen. Ihm ist es zu verdanken, dass die gegebenen Räumlichkeiten besser genutzt werden. Außerdem leistet er einen wesentlichen Beitrag zur dörflichen Verständigung und zur Gemeinschaft über die Dorfgrenzen hinaus.

Viele ehrenamtliche Arbeitseinsätze werden in der Gemeinde durch Bürgerinnen, Bürger, Jugendliche und Senioren geleistet. Theatergruppe und Vereine wirken generationsübergreifend als Kulturträger und nehmen gesellschaftliche Verpflichtungen wahr.

Die Kooperationen mit den Nachbargemeinden sind wesentliche Bestandteile der Entwicklung der Ortsgemeinde Mörschbach. Die Gemeinde Mörschbach hat besonders durch die intensive Beschäftigung mit der eigenen Bausubstanz, mit der eigenen Geschichte und der daraus entstandenen öffentlichen und privaten Projekte beeindruckt. Dorfgemeinschaftshaus mit Pavillon, hervorragend geführter Jugendraum, Feuerwehrräume und angegliederte Gaststätte überzeugen ebenso wie die aktive Nutzung des alten Backhauses mit dem Rathaus, dem benachbarten „Stierstall“ und weiteren öffentlichen Gebäuden. Hervorragend ist der Zustand und die architektonische Umnutzung vieler privater Projekte. Abgerundet wird dieses Gesamtbild durch schöne Grünanlagen wie Bauern- und Kräutergärten, die öffentliche Beschilderung oder die sehr gepflegten Graswege des innerörtlichen Fußwegesystems.

Mehrere Graswege, die ehrenamtlich gepflegt werden sowie Hecken und Alleen geben dem Ort einen durchgehend begrünten Charakter. Ein Grüngürtel mit vielen alten Obstbäumen und Bauerngärten passt sich hervorragend dem Ortsbild und dem Ländlichen Raum an. Beeindruckend der Biblische Garten am Ortseingang, ebenfalls ehrenamtlich erstellt und gepflegt. Ein große Artenvielfalt zeigt sich bei den verwendeten Pflanzen in Gärten, dem Straßenbegleitgrün und den Kübelpflanzen. Hier ist altes Gartenwissen noch vorhanden und wird gepflegt. Mörschbach besticht durch eine sehr gute Ortsrandeinbindung und eine durch Feldholzinseln, Obstbaumreihen sowie naturnahen Waldbereichen mit funktionsfähigen Waldmänteln sehr reich gegliederten Feldflur. Wertvolle Biotopflächen wie Feuchtwiesen, naturnahe Bachläufe und niederwaldartige Bestände an einem aufgelassenen Steinbruch werden ehrenamtlich unterhalten und befinden sich in sehr gutem Pflegezustand. Die das Landschaftsbild schonende Standortwahl für eine großflächige Photovoltaikanlage am Rande eines Gewerbegebietes ist vorbildlich.

Ortsgemeinde Vollmersweiler:

Die seit diesem Jahr anerkannte Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung arbeitet derzeit mit Hochdruck an ihrer gemeindlichen Entwicklung. Sie versteht sich dabei als liebens- und lebenswerter Ort zum Wohnen und Arbeiten, der, nach Aussage der Ortsbürgermeisterin, wie ein „mittelständisches Familienunternehmen“ geführt wird. Zurzeit wird parallel zur Dorfmoderation das Dorferneuerungskonzept fortgeschrieben, das als eine der wichtigsten Maßnahmen der Dorfentwicklung die Sanierung des zentral gelegenen Bürgerhauses und dessen Umfeld vorsieht. Bemerkenswert ist, wie Vollmersweiler sein Erscheinungsbild als typisches Straßendorf durch gezielte Innenentwicklung über die Jahrzehnte erhalten konnte. Mit einer Anpassung des innerörtlichen Bebauungsplans sollen sich zukünftige Neubauten noch stärker an das charakteristische Ortsbild einfügen.

Die Vollmersweiler Bürger zeigen eine große Bereitschaft sich für ihr Dorf einzusetzen. Das ehrenamtliche Engagement wird in der Gemeinde gelebt. So ist u.a. die Instandhaltung des Kinderspielplatzes oder die im Jahresablauf anfallende Pflege an den gemeindeeigenen Einrichtungen dem ehrenamtlichen Engagement zu verdanken. Hervorzuheben ist auch das ehrenamtliche Engagement der Eltern, die den Bürgerbus ins Leben gerufen haben. Hier organisieren sich die Eltern untereinander um ihre Kinder mit dem Bürgerbus sicher zum Kindergarten oder zur Schule fahren zu können. Unter dem Motto Vollmersweiler „schafft und feiert“ werden im Verein „Vollmerscher Füchs“ Tradition, Kultur und Brauchtum durch gemeinsame Feste gepflegt. Die Erlöse dieser Veranstaltungen werden für gemeinnützige Projekte eingesetzt. Die kleine Gemeinde verfügt über ein beeindruckendes Ensemble wertvoller historischer Fachwerkgehöfte, die alle sehr behutsam und ortsbildprägend saniert wurden. Besonders lobenswert ist die Betonung und Beibehaltung des typischen Straßendorf-Charakters mit den Wohnhäusern und Innenhöfen zur Hauptstraße und den Scheunen zum rückwärtigen Ortsrand. Mit dem Bürgerhaus, dem Feuerwehrhaus, dem „Milchhäusl“ und den umgebenden Freiflächen des alten Schulhofes ist der Gemeinde eine gute Konzentration der öffentlichen Funktionen in der Ortsmitte gelungen, die durch die geplanten Umbau- und Gestaltungsmaßnahmen sicher noch aufgewertet werden kann. Die schönen Bauerngärten, der alte Baumbestand und der idyllisch am Bach gelegene Kinderspielplatz runden dieses stimmige Bild zusätzlich ab.

Eindrucksvoll sind die sinnhaft begrünten Innenhöfe, die imposanten Baumdenkmale sowie die Nußbaumanpflanzungen am Ortsrand. Der naturnahe Spielplatz verdient seinen Namen im besten Sinne. Zwei Hohlwege sowie grasbewachsene Wege heraus geben dem Ort ein besonderes Flair. Üppig bepflanzte Bauerngärten mit vielen standortypischen Pflanzen runden das Bild ab. Positiv ist zu bemerken, dass man im ganzen Ort keine negativen Beispiele der Grüngestaltung finden kann.

Vollmersweiler zeigt Mut zur „Wildnis“: Wertvolle Biotopstrukturen wie Hohlwege, bewusst aufgelassene und zugewachsenen Grundstücke sowie eine Vielzahl von Rechen, Rainen und Krautsäumen lockern die landwirtschaftlichen Flächen auf. Prächtige Nussbaumalleen setzen Akzente in der Feldflur, der Otterbach und sein Landschaftsbild prägendes Begleitgrün ergänzen die durch Gärten und Feldhecken gut gelungene Einbindung des Dorfes in die Landschaft.

Sonderklasse:

Ortsgemeinde Kerpen:

Die Ortsgemeinde Kerpen wird geprägt durch einen gut erhaltenen historischen Ortskern mit vielen stilsicher restaurierten und ungenutzten Gebäuden, überragt von der mittelalterlichen Burganlage und der im gotischen Stil erbauten Burgkapelle. Die kleine, 423 Einwohner zählende Gemeinde setzt sich seit vielen Jahren für eine intensive Innenentwicklung ein. Leitziel ist die Förderung und der Ausbau von Tourismus und Gastronomie – Kerpen freut sich auf Gäste. Das wirtschaftliche Potential aus intakter Landschaft und lebendigem Ortskern, eingebunden in die regionale Freizeit- und Urlaubsregion wird konsequent weiter entwickelt und bildet so die Basis für eine nachhaltige Dorfentwicklung und ein Dorf der Zukunft. So sind neben Übernachtungsmöglichkeiten im Hotel Landgut Strumpffabrik und Burg Kerpen zehn Ferienhäuser und mehrere Ferienwohnungen durch Umnutzung historische Gebäude und auch ein reichhaltiges Freizeitangebot entstanden. Ein weiteres Projekt durch Revitalisierung eines denkmalgeschützten Bauernhofes zu einem kleinen Hotel steht vor der Umsetzung. Weiterhin konnten viele Handwerksbetriebe, Dienstleistungen und die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs im Ort gehalten werden. Kerpen verfügt über mehr als 100 Arbeitsplätze und hat 155 Gästebetten. Die Neubaugebietsentwicklung mit 28 Wohneinheiten wurde sehr maßvoll angegangen und fügt sich beispielhaft in das Orts- und Landschaftsbild ein. Kerpen ist ein lebendiges Dorf: Es gibt zahlreiche sehr aktive Vereine, Angebote für Jung und Alt (von der Krabbelgruppe und dem Spieletreff über die große Jugendgruppe bis hin zu den Senioren, die aktiv Arbeiten in der Gemeinde übernehmen). Die vielen Eigenleistungen sind in der Ortsgemeinde stark spürbar. Das Bürgerhaus, die Vereinsgebäude und der Jugendtreff mit eigenem Backofen wurden von aktiven Bürgerinnen und Bürgern mitgebaut und oder durch Spenden unterstützt. Das gemeinsame Miteinander in Kerpen wird an den zahlreichen Veranstaltungen deutlich: Vom Karneval über kulturelle Events im "Kleinen Landcafé" bis hin zu Kirmes, Weihnachtsmarkt, Krimi- und Gruselnächten, ist für jeden etwas dabei.

In Kerpen ist der Geist der Dorferneuerung seit über 20 Jahren konsequent und für alle sichtbar weitergetragen worden. Kerpen hat sich zu einem lebensfrohen und hochwertigen Dorf inmitten einer reizvoll entwickelten Parklandschaft entwickelt. Eine Ortsgestaltungssatzung umfasst den gesamten Ort, Ortskern und Neubaugebiete seit 1982. Die Gemeinde geht damit einen herausragenden, mutigen und sehr erfolgreichen Weg einer harmonischen und einheitlichen Dorfgestaltung. Eine Baugestaltung die beim Einsatz für ein regionaltypisches Gebäudeumfeld beginnt, über Baukörper und Dachformen bis hin zu den Fassaden. Die baukulturelle Weiterentwicklung ist deutlich spürbar. Ein Dorf in dem der Gemeinschaftsgeist besonders hoch bewertet wird und das sich gemeinsam für die Zukunft stark macht.

Es ist kein Wunder, dass sich in Kerpen immer mehr neue Bewohner angesiedelt haben, weil diese Lebensfreude ansteckend wirkt. Zahlreiche Sanierungs- und Umnutzungsmaßnahmen entwickeln neues Leben in der 431 Einwohner zählenden Gemeinde. Ein Landhotel in einer ehemaligen Strumpffabrik, eine Bäckerei, ein Dorfcafe mit mehr als 35 Veranstaltungen im Jahr und bisher 150 Ausstellungen. Die Jugendlichen haben ein eigenes Jugendhaus gebaut und dieses durch Backhaus und gestaltete Freibereiche ergänzt und nun über 10 Jahre gepflegt. Zukunftsfit ist auch das Dorfgemeinschaftshaus mit Holz-Pelletsheizung.

Eine junge Burgführerin in historischem Kostüm gestaltet für Besucher geschichtliche Spaziergänge an Burg, Dorf und Burgkapelle und lässt die wertvolle Vergangenheit Kerpens mit ihrem Charme immer wieder lebendig erscheinen.

Ein weitere Leitbild der Gemeinde Kerpen lautet „Schaffung und Erhaltung einer einheimischen Begrünung“. Konsequent wird an der Umsetzung des Leitbildes gearbeitet. Auffallend ist das sehr hohe Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung einer guten Durchgrünung des Dorfes. Insgesamt sehr gute Durchgrünung mit standortgerechten Laubbäumen und Sträuchern sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. An vielen Stellen wurden beispielsweise Nadelgehölze durch Hainbuchen ersetzt. Auffällig ist die hohe Zahl der gut gepflegten Vor- und Hausgärten, insbesondere die vielen alten Obstbaumstämme. Vielfach sind die Gärten mit dorftypischen Holzzäunen eingefasst.

Die Gestaltung des Dorfplatzes erfolgte mit standortgerechten Bäumen und Sträuchern sowie ortstypischen Materialien und ist äußerst harmonisch und dorfgerecht. Vorbildlich ist die Mitwirkung der Dorfgemeinschaft bei der Pflege der Grünanlagen. Die Pflege der öffentlichen Pflanzbeete erfolgt beispielsweise durch die Seniorengruppe. Erwähnenswert ist der Friedhof. Ein Großteil der Fichten wurde entfernt und durch ortstypische Sträucher ersetzt. Der Übergang in die umgebende Landschaft ist sehr harmonisch, auffällig ist die sehr gute Begrünung der Ortseingänge.

Hervorstechendes Merkmal der Eifelgemeinde Kerpen ist der Reichtum an vorbildlich gepflegten Heckenstreifen, welche die gesamte Gemarkung durchziehen. Die bei der Gehölzpflege anfallende Biomasse wird als nachwachsender Rohstoff in Form von Holzpellets verwendet. Diese seinerzeit als Windschutzhecken angelegten Grünen Bänder werden ergänzt durch eine Vielzahl weiterer linearer Vernetzungsstrukturen wie naturnahe Gewässerläufe, gut unterhaltene Alleen oder Feldraine. Wertvolle Biotoptypen wie Wacholderheiden oder Feuchtwiesen werden fachgerecht bewirtschaftet. Der Übergang der Landschaft zur Ortslage ist besonders harmonisch.

Ortsgemeinde Duchroth:

Die Weinbaugemeinde Duchroth mit ihren etwa 570 Einwohnern hat im Hinblick auf Demografie und nachhaltige Dorferneuerung die Außenentwicklung mit dem in den 1990er Jahren bebauten Neubaugebiet abgeschlossen. Seither konzentrieren sich alle Aktivitäten verstärkt auf die Innenentwicklung und die Umnutzung und Revitalisierung historischer Gebäude. So ist es in den letzten Jahren gelungen, dass eine überaus große Zahl von Gebäuden saniert und leer stehende Baulichkeiten umgenutzt wurden. Dies hat zu einer deutlichen Verjüngung der Alterstruktur und zu einem verstärkten Zuzug junger Familien in das Dorf geführt. Die Infrastruktureinrichtungen sind gesichert. Duchroth ist zu einer beliebten Wohngemeinde geworden, nennenswerte Leerstände sind nicht mehr zu verzeichnen.

Auf der Grundlage eines qualifizierten Dorferneuerungskonzeptes und einer stetigen Fortschreibung und Dorfmoderation hat sich in der Bevölkerung eine Bürgerbewegung gebildet, die die Zukunft für Duchroth mit Phantasie und Einsatz gestalten. Viele Projekte, so auch die Projektplattform „Duchroth landschaftland“ werden dadurch getragen und bilden ein Alleinstellungsmerkmal in der Region.

Die Duchrother ruhen sich nicht auf den Lorbeeren aus, sondern führen ihre Aktivitäten fort und entwickeln neue Aktionen. So konnte die Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Offenbach fortgesetzt und im Ort verankert werden, was der junge Verein "KuLD - Kultur und Landschaft Duchroth e.V." zeigt, der sich neben den künstlerischen Aktionen auch dem Dorffest und einem KuLD-Tour-Pfad widmet. Das dörfliche Leben ist geprägt von zahlreichen Veranstaltungen, die vom Neujahrsempfang über Nachtwächterwanderungen, Ferienspiele, Weinfest, Kirmes und den begehbaren Adventskalender bis zu Weihnachtsmarkt und Weihnachtskonzert reichen. Hinzu kommen die zahlreichen Eigenleistungsaktivitäten. Eine Bürgerstiftung wurde ins Leben gerufen, um die Finanzierung weiterer Projekte zu erleichtern. Der "Verein der Freunde und Förderer von Aktionsräumen" führt Aktionen durch, die zu mehr kinderfreundlicher und kindgerechter Lebensraumgestaltung führen, dazu gehört die Gestaltung und Pflege des Naturspielplatzes, der Kinotag und die Bücherei im Rathaus.

Über 20 Jahre konnte durch eine intensive kostenfreie Fachberatung vor Ort ein tiefes Verständnis für den wertvollen Baubestand geweckt werden und zahlreiche Fachwerkhäuser und Scheunen konnten dadurch saniert, umgenutzt und ehemals drohender Leerstand abgewendet werden. Im Ortskern konnten zahlreiche junge Familien für die prägende Bausubstanz begeistert werden. Eine Innenentwicklung, die rundweg gelungen ist.

Die regionaltypische Gestaltung im Ortskern wurde darüber hinaus auf die Satzungen der Neubaugebiete übertragen und führte hier zu einem harmonischeren Ortsbild im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden.

Es erfolgt eine konsequente Umsetzung der im Dorferneuerungskonzept aufgeführten Maßnahmen. Insgesamt sehr gute Durchgrünung mit standortgerechten Bäumen und Sträuchern sowie sehr ausgeprägtes Straßenbegleitgrün. Auffällig ist die hohe Zahl der Pflanzungen mit Kletter- und Streichrosen, Kletterpflanzen, Weinreben und Stauden in den Dorfstraßen. Besonders erwähnenswert ist der historische Ringpfad mit den zahlreichen gut gepflegten Bauerngärten, dem Hildegardisgärtchen und dem öffentlichen Bauerngarten. An vielen Stellen wurden im privaten Bereich Hofflächen entsiegelt und teilweise wieder begrünt. Beispielhaft ist die Vielzahl der Maßnahmen für eine dorfgerechte Durchgrünung wie beispielsweise die Sammlung bedrohter einheimischer Pflanzenarten, die an geeigneten Stellen wieder angesiedelt werden. Auch das umfangreiche ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich z.B. Landfrauen und Verein Aktionsräume ist hervorzuheben.

Duchroth überzeugt durch eine Vielzahl bürgerschaftlicher und ehrenamtlicher Aktivitäten im Bereich Natur und Landschaft. So führen viele gut gepflegte Themenwanderwege unter dem Motto „Natur und Kultur“ zu interessanten Landschaftskunst- Objekten in der Gemarkung. Auch der Gangelsberg mit seinen wertvollen Orchideenwiesen und Trockenrasen wird so erlebbar gemacht. Die Landfrauen kümmern sich um die Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Kornrade, und im „Campus revitalis“ werden fast vergessene Wildobstgehölze erhalten und vermehrt.

Ortsgemeinde Bornheim:

Ehemals ausschließlich durch die Landwirtschaft bestimmt ist heute Bornheim ein attraktiver Wohnort mit über 1.500 Einwohnern. Mit seinem außerhalb gelegenen, prosperierenden Gewerbegebiet und mehr als 1.400 Arbeitsplätzen ist es gleichzeitig ein attraktiver Arbeitsort.

Die fünf Entwicklungssäulen und Leitziele der Gemeinde, nämlich Schaffung von Arbeitsplätzen, nachhaltiger Landschaftsschutz (Storchendorf), ressourcenschonender Umgang mit Energie (Klimaschutz- und Solardorf der Zukunft), Bewahrung und Entwicklung einer hohen Lebensqualität und die Erhaltung der Schönheit des Dorfcharakters werden seit vielen Jahren konsequent verfolgt. Bornheim ist eine vitale Wohngemeinde mit hohen Qualitäten, einer intakten Infrastruktur und vielen sanierten und umgenutzten ehemaligen landwirtschaftlichen Hofanlagen. Bornheim kann heute als ein Dorf des Ehrenamtes, des Weines und der Kunst benannt werden – es ist ein Dorf der Zukunft.

In Bornheim gibt es eine Vielzahl an aktiven Vereinen und Gruppen, die das Gemeinschaftsleben prägen und Aktionen für Jung und Alt organisieren. Beispielhaft ist hier die Kinderinitiative Bornheim (K.I.B.), die seit 2006 u.a. Seifenkistenrennen, Mitmachzirkus, Kanutour und Kinder- und Jugendaktivitäten bei den örtlichen Festen anbietet. Hervorzuheben ist auch die Kooperation von Senioren und Kindern z.B. bei der Hausaufgabenbetreuung und dem Schachtraining. Die Kindertagesstätte und ihr Elternbeirat bieten Betreuung und Freizeitmöglichkeiten und auch Ferienspiele. Ein breites Sportangebot, der Bornheimer Seniorentreff mit wöchentlichen Veranstaltungen, weitere Vereine von Gesang bis Tierschutz sowie Bildungsangebote runden die bürgerschaftlichen Aktivitäten in Bornheim ab und stärken somit auch die Wohnqualität.

Durch eine gute wirtschaftliche Entwicklung konnten einige Bauobjekte in besonders hoher Qualität bis zum Detail entwickelt werden. Das Rathaus sowie zahlreiche private Maßnahmen erstrahlen in neuem Glanz. Die Gemeinde Bornheim setzte sich darüber hinaus außergewöhnlich stark für die Kunst im Straßenraum ein und gestaltete viele Plätze mit Brunnen und Figuren von ausgezeichneter Qualität.

Fit für die Zukunft ist Bornheim durch seinen Umgang mit neuen Energieformen, zahlreiche Solaranlagen, ein Solarkataster, außerordentlich niedrige gehaltene Stromkosten in öffentlichen Gebäuden und in vorbildlicher Weise bei der Straßenbeleuchtung, viele Holzpelletsheizungen, Wärmepumpen Blockheizkraftwerke. Bornheim ist auf dem Weg zu einer vorbildlichen Energiebewirtschaftung. Insgesamt ebenfalls eine gute Durchgrünung des Dorfes mit standortgerechten Bäumen und Sträuchern sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Auffällig ist das harmonische Zusammenspiel zwischen kleineren Platzbereichen, der Straßenraumbegrünung in Form von Rebbögen und kunstvoll gestalteten Straßenleuchten bzw. Skulpturen. Bei der Auswahl der Pflanzen wird darauf geachtet, dass heimische und standortgerechte Sträucher und Bäume angepflanzt werden. Viele sehr gut gepflegte Hausgärten, sowohl im vorderen Bereich entlang der Hauptstraße als auch im rückwärtigen Bereich mit ortstypischen Nutz- und Zierpflanzen prägen das Ortsbild. Erwähnenswert ist auch die Einbindung des Friedhofs. Das kunstvoll gestaltete Kreuz markiert eine Blickachse und den Übergang in die umgebende Weinbergslandschaft

Der von Wein- und Ackerbau geprägte Außenbereich ist durch Hohlwege, mit Gehölzen bestockte Gewässerrandstreifen und Feldholzinseln reich strukturiert. Bei der Flurbereinigung wurde darauf geachtet, wertvolle Biotopflächen wie Lösswände und Trockenmauern zu erhalten oder durch Gabionen zu ergänzen. Besonders ausgeprägt ist das ehrenamtliche Engagement in Sachen Vogelschutz. Besonders positiv fällt die große Dichte an Nisthilfen aller Art, vom Storchennest über den Meisenkasten bis hin zum Fledermausquartier, ins Auge.

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